Delegiertenversammlung: Neue Landesmeister-Titel bei den Dressurreitern
An diesem Nachmittag fand die diesjährige Delegierten-Versammlung des Jahres 2023 im Kronenzentrum Bietigheim-Bissingen statt. Gewohntermaßen gaben dort auch die jeweiligen Verantwortlichen aus den Disziplinausschüssen einen Kurzbericht ab. Den Anfang machte Christoph Niemann, Sprecher des Disziplinausschuss Dressur, der über weitestgehend erfreuliche Teilnehmerzahlen berichtete. Eine Neuerung verkündete der Landestrainer ebenfalls, so wird bei den diesjährigen baden-württembergischen Landesmeisterschaften in den Altersklassen der Junioren und Junge Reiter nicht mehr nur ein Titel vergeben, sondern zusätzlich auch noch ein Kür-Titel. Man habe dies im Disziplinausschuss ausführlich diskutiert und wolle so Teilnehmern mit einer starken Kür ebenso einen Titelgewinn ermöglichen, so Niemann in seiner Begründung. Man werde Mitte Juli in Meißenheim bei den Landesmeisterschaften sehen, wie das angenommen wird. Besorgniserregend findet Christoph Niemann die Entwicklung in der Altersklasse der Children, der U14-Jährigen. Bei den Vorbereitungen zur Saisonplanung hätte man nur 13 Kinder gehabt, die auf A**-Niveau platziert waren und das „richtige“ Alter haben, um sich für die Children-Tour in diesem Jahr zu empfehlen. Ähnliche Zahlen hat die Reiterjournal-Redaktion übrigens auch von den Nachbarn aus Bayern erfahren, auch hier kommen nur Wenige in Frage. Christoph Niemann appellierte daher an alle Anwesenden, nicht nur an der Jugend weiter dran zu bleiben, sondern auch an deren Eltern.
Ähnliches berichtete auch Landestrainer Jürgen Kurz aus der Sparte Springen. Auch wenn die verschiedenen Kader soweit erfreulich gut aufgestellt sind, fehlt es ebenfalls an nachrückenden Children. Erfreulicherweise habe man aber mit Maximiliane Fimpel und Colin Sorg zwei Nachwuchstalente im Children-Bundeskader NK2, deren Ziel es 2023 sein soll, sich für größere Aufgaben der schwarz-rot-goldenen Equipe zu empfehlen. Als heißes Eisen im Feuer nannte Jürgen Kurz mehrmals Lea-Sophia Gut, die sich mit ihren Medaillengewinnen bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften 2022 sowie dem Titelgewinn des Goldenen Sattels Anfang des Jahres ebenfalls Hoffnungen auf eine EM-Nominierung machen kann. Mit Spannung blicke man auf die anstehenden Sichtungen in Schutterwald, Fronhofen und Ichenheim. Einen Amateur-Lehrgang hatte man geplant gehabt, dieser wurde aber im Gegensatz zu den Dressurreitern gar nicht angenommen.
Dr. Helmutt Mett lobte in seinem Bericht das Niveau in den verschiedenen Altersklassen in der Vielseitigkeit, gab aber ebenfalls zu bedenken, dass eine solide, breite Basis fehle. Die Nachwuchsförderung sei auch in der Vielseitigkeit von besonderer Wichtigkeit, weshalb man u.a. in diesem Jahr gezielt junge Nachwuchstalente für die Teilnahme am bundesweiten Wettkampf der Goldenen Schärpe sichte, anspreche und unterstütze. In der Vielseitigkeit findet 2023 wieder der Pony-Master statt, ebenso auch in den Disziplinen Dressur und Springen, wie Heinz Bürk in seinem Bericht hervorhob.
Lars Weimer freute sich in seinem Bericht aus dem Lager der Fahrer zwar hocherfreut über die zahlreichen Titel- und Medaillengewinne der baden-württembergischen Fahrer auf nationaler und internationaler Ebene, dennoch haben man das ganze vergangene Jahr über rückläufige Teilnehmerzahlen auf den Fahrturnieren hinnehmen müssen. Die Pandemie, aber vor allem auch die extremen Preissteigerungen, beuteln den Fahrsport sehr, sodass mit weiteren Rückgängen zu rechnen sei. Unter anderem habe man bei den Landesmeisterschaften die kleinsten Starterfelder seit Jahrzehnten (!) gehabt, ein trauriger Rekord des letzten Jahres.
Ähnlich auch die Rückmeldung von Solveig Blankenhorn, die stellvertretend für die Voltigierer in Bietigheim-Bissingen sprach. Der Voltigiersport rappelt sich nach der pandemiebedingten Pause langsam wieder auf, das Interesse an Lehrgängen und Fortbildungsmöglichkeiten sei aber sehr hoch, was den Verantwortlichen Hoffnung macht. Gespannt sei man auf die Sichtungsturniere in Ulm, Weil der Stadt und Zaisenhausen, danach folgten die Nominierungen für bundesweite Wettkämpfe.
Für die Vierkämpfer sprach Südbaden-Präsidentin Iris Keller, die klar stellte, dass man am Vierkampf weiterhin festhalten werde, da „es sich lohnt“. Mit Theresa Rauscher habe man eine junge, motivierte Trainerin für die Disziplinen Schwimmen und Laufen gefunden, jetzt gilt es noch einen neuen Trainer für Springen und Dressur zu finden. Man suche aktuell im Präsidium nach einem passenden Kandidaten. Außerdem überlege man an einem neuen Namen für die Bambini-Altersklasse, da sich mit diesem die älteren Teilnehmer nicht identifizieren könnten.
Für die krankheitsbedingt entschuldigte Petra Schubert, sprang Pferdesportverbands-Geschäftsführerin Miriam Abel ein. Im Jahr 2023 werden beliebte Aktionen wie der Landesjugendcup, der Fairplay-Preis und den Preis der besten Jugendarbeit fortgeführt. Der Landesjugendtag musste im vergangenen Jahr mangels Anmeldungen abgesagt werden, man wolle aber die hochfrequentierten Workshops in diesem Jahr dennoch in den Regionalverbänden stattfinden lassen, ebenso Veranstaltungen zu den Trend-Themen Hobby Horsing und Mentaltraining. (akb)
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