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Donnerstag, 30.03.2023 um 17:40

Piaff-Förderpreis 2023: Das Ländle geht leer aus

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Nach dem Sichtungslehrgang mit anschließender S***-Turnierprüfung stehen die Teilnehmer für den diesjährigen Piaff Förderpreis fest. Baden-Württemberg war in den letzten Jahren in dieser Altersklasse u.a. durch Ann-Kathrin Lindner erfolgsverwöhnt. In diesem Jahr geht das Ländle seit langem mal wieder leer aus.  

Sie sind die Zukunft des Dressursports. Die Teilnehmer am Piaff-Förderpreis sind junge Dressurreiter bis 25 Jahre. Der Piaff-Förderpreis ist eine Serie mit vier Stationen auf Deutschlands größten Dressurturnieren. Neben dem Finale des Piaff-Förderpreis 2023 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle, sind die Deutschen Meisterschaften in Balve und die Europameisterschaften in Pilisjaszfalu (Ungarn) die Saison-Höhepunkte der U25-Reiter. Die Dressurhoffnungen sollen mit dieser Serie langsam in den großen Sport hineinwachsen, ohne dabei gleich gegen Profis und aktuelle Topreiter antreten zu müssen. Eine einzigartige Chance, für die man sich erst einmal ein Ticket erkämpfen muss. In den letzten beiden Tagen fand in Warendorf ein Sichtungslehrgang mit U25-Bundestrainer Sebastian Heinze sowie Bundestrainerin Monica Theodorescu statt. Erstmals fand der Lehrgang seinen Abschluss in einer offiziell ausgeschriebenen Turnierprüfung, die mit Elke Ebert, DR. Dietrich Plewa und Nicola Nockemann drei internationale Top-Richter bewertet haben. „Dieses neue Format wird sich bewähren, es hat mir gut gefallen. Der Lehrgang endet für die Reiter noch spannender, wir schafften noch mehr Turnieratmosphäre und sehen, wer nervenstark ist und seine Leistung ins Viereck bringen kann, wenn es drauf ankommt“, resümiert Sebastian Heinze. Der U25-Bundestrainer zeigte sich mit dem Niveau zufrieden und resümierte: „„Wir haben eine gute Mischung für diese Saison. Es sind einige Paare dabei, die sich aus dem U21-Bereich hochgearbeitet haben, neue Gesichter mit vielversprechenden Pferden sowie gut junge Berufsreiter.“

Die heutige Prüfung wurde von Semmieke Rothenberger und ihrem Neuzugang, dem 13-jährigen KWPN-Wallach Farrington, mit deutlichem Abstand und starken 74,6 Prozent angeführt. Der Wallach war schon mit seinem Vorreiter Nico Nyssen in mehreren internationalen Dreisterne-Prüfungen siegreich und nahm mit ihm an den vergangenen U25-Europameisterschaften teil, wo die Beiden in der Einzelwertung Platz sechs belegten. Auch mit seiner neuen Reiterin scheint sich der Fuchswallach gut zu verstehen und so setzten sie sich mit fünf Prozent Abstand zur Zweitplatzierten Louisa Deutschbauer und Hanami OLD (69,6 Prozent) an die Spitze. Thomas Trischberger und sein zehnjähriger Wallach Liverpool durften sich mit 69,4 Prozent über den dritten Platz freuen. Dabei war seine Rangierung sehr auffällig. So sahen ihn Elke Ebert und Dietrich Plewa auf Rang zwei. Nicole Nockemann reihte das Paar nur auf Platz 21 ein. Hinter Trischberger folgte das nächste bayerische Paar. Emely Fisch und ihrem zehnjährigen Wallach Apanage gelang in ihrer ersten gemeinsamen Dreisterne-Prüfung eine ordentliche Überraschung und so durften sie sich gleich über 68,9 Prozent freuen. Punktgleich mit Emely Fisch rangierte Lia Welschof mit DSP First Class auf Platz vier. Niklas Brokamp und Dark Poison folgten auf Platz sechs (68,6 Prozent).

In der heutigen Prüfung fiel bei einigen Reitern die unterschiedliche Richterrangierung auf. Davon war auch Victoria Rohrmuss mit ihrem Ponywallach Corelli de Luxe betroffen. Während Elke Ebert und Dr. Dietrich Plewa sie auf Platz 14 und 9 einreihten, sah Nicole Nockemann das Paar nur auf Rang 27. Das kostete einige (wertvolle) Punkte und führte am Ende zu einem Ergebnis von 66,8 Prozent. Schlussendlich verfehlte die letztjährige Piaff-Förderpreis-Teilnehmerin um einen halben Punkt denkbar knapp den Einzug in die Serie. Bitterer geht’s wohl kaum!

Auch die restlichen baden-württembergischen Reiter bekleckerten sich nicht gerade mit Ruhm. Ann-Kathrin Lachemann zeigte mit ihrem Fransje nach einer langen Turnierpause zwar eine ordentliche Runde, punktete sich jedoch nur zu 65,6 Prozent. Damit verfehlte sich in diesem Jahr ihre zweite Piaff-Förderpreis-Nominierung und landete auf Rang 22. Auch für Anna Casper lief es so gar nicht gut. Sie kann den Verlust von Donna Clara nicht so richtig kompensieren und landete im Sattel von Birkhof´s Bacardi mit 61,5 Prozent auf Platz 36. Man muss dem zwölfjährigen Württemberger (Z.: Dr. Almut Eberhard) jedoch zu Gute halten, dass die heutige Prüfung erst seine zweite Dreisterne-Prüfung war. Extrem bitter verlief es auch für eine weitere Baden-Württembergerin: Die frisch zu Marcus Hermes ins Training gewechselte Jeannine Merit Pelzer wurde heute im Sattel des 17-jährigen Mannschaftseuropameisters DSP Sammy Davis eliminiert.

Die besten 13 Reiter der Sichtungsprüfung dürfen nun bei den vier Stationen starten. Außerdem haben die aktuellen Mitglieder des U25-Bundeskaders automatisch eine Startgenehmigung. (msb)

Im Überblick sind die folgenden Reiter nominiert:

Semmieke Rothenberger (Bad Homburg) mit Farrington

Louisa Deutschbauer (Merzig/SAL) mit Hanami OLD

Thomas Trischberger (Lenggries/BAY) mit Liverpool

Emily Fisch (München/BAY) mit Apanage

Lia Welschof (Paderborn/WEF) mit DSP First Class

Niklas Brokamp (Borken/WEF) mit Dark Poison

Anna Schölermann (Lichtenau/WEF) mit Triple A oder Bon Scolari

Michael Geismeier (Massing/BAY) mit Di Navarone

Pia-Carlotta Gagel (Helmstedt/HAN) mit Riccio

Sophie Dammeyer (Rheinberg/RHL) mit Volare B

Emely van Loon (Mandelbachtal/SAL) mit FBW Desperaux

Franziska Haase (Hellschen-Heringsand-Unterschaar/SHO) mit De Nino

Victoria Marie Schönhofen (Saarlouis/SAL) mit Zack Zack VS

 

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