Herpes-Impflicht bleibt bestehen, Baden-Württemberg war für das Aussetzen
Alle Pferde, die an einem Turnier teilnehmen wollen in Deutschland, müssen seit diesem Jahr neben Influenza auch gegen Herpes (EHV-1) geimpft sein. Die FN hatte dies im Juli 2021 beschlossen, seit jeher wird die Impflicht sehr emotional diskutiert. Nach der Einführung der neuen Tierärztegebührenordnung sowie den damit steigenden Kosten für eine Impfung war der Aufschrei von Turnierreitern und -fahrern groß, vor allem auf den gängigen Social Media-Plattformen. Dies in Kombination mit den sinkenden Teilnehmerzahlen vor allem im Basis- und Jugendturnierreitsport brachte die Offiziellen ins Grübeln. Um eine erneute Abstimmung wurde gebeten, bis zum 28. März 2023 mussten alle Landesverbände ihre Stimme schriftlich abgeben. Das Ergebnis gab der FN Beirat Sport nun in einer offiziellen Presse-Mitteilung bekannt: Die Herpes-Impflicht bleibt bestehen.
„Wir sehen natürlich, dass diese Impfpflicht für Turnierpferde zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt. Alles wird teurer, erst die gestiegenen Energiekosten und jetzt ist auch noch die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) hinzugekommen, die eine Impfung deutlich teurer macht“, so FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach in der Pressemitteilung. „Das war nicht abzusehen, als im Sommer 2021 die Impfpflicht vom Beirat Sport beschlossen worden war. Die Delegierten der Mitglieds- und Anschlussverbände haben sich die aktuelle Entscheidung nicht leicht gemacht. Ihr gingen sehr intensive Diskussionen voraus. Und das Ergebnis von 131 zu 82 Stimmen für die Impfpflicht zeigt, dass die Meinungen zum Thema durchaus geteilt sind. Gerade die aktuellen Herpes-Fälle im Ausland und in Deutschland zeigen, dass die Entscheidung im Grundsatz richtig war. Viele Menschen haben ihre Pferde jetzt auch schon geimpft, so dass ein erster großer Schritt in Richtung eines flächendeckenden Impfschutzes gemacht wurde. Die Aussetzung der Impfpflicht zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein Rückschritt.“ so Lauterbach weiter.
Wie Frank Reutter gegenüber dem Reiterjournal bestätigte, sprach sich die Landeskommission Baden-Württemberg für das Aussetzen einer Impflicht aus. „Das war eine wirklich schwere Entscheidung, die wir uns keinesfalls leicht gemacht haben. Auch wir haben intern sehr viel darüber diskutiert und uns viele Meinungen eingeholt. Mit der Entscheidung jetzt können wir leben, so ist Demokratie und aus tiermedizinischer Sicht ist sie sicherlich auch die richtige Entscheidung.“ so der LK-Vorsitzende Reutter. Dennoch hatte man in Baden-Württemberg gehofft, die Impfpflicht würde bis 2024 ausgesetzt werden. „Es ist schlichtweg auch einfach schwierig zu argumentieren. Nur in Deutschland gibt es diese Impflicht, in allen Nachbarländern nicht.“ (akb)
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