Goldenes Reitabzeichen für Saskia Löwel
Es ist der vorläufige Höhepunkt einer wohl fast einzigartigen Erfolgsserie im Dressurviereck: Saskia Löwel aus Wiesloch bei Heidelberg hat am Sonntag beim Dressurturnier in Walldorf ihr Goldenes Reitabzeichen perfekt gemacht. Und wie souverän, nämlich mit einem komfortablen Doppelsieg in der Zwei-Sterne-S-Dressur am frühen Morgen! Sie siegte im Sattel der 15-jährigen Westfalenstute Picoletta, die sie für ihre Schülerin Valerie Altmann trainiert, mit knapp 71 Prozent. Und mit ihrer Erfolgsstute Fürstenballerina Live, die sich die Walldorfer Halle genauer anschaute, belegte sie Rang zwei. Im Sattel der bildhübschen neunjährigen Rappstute hatte sie in weniger als einem Jahr in einem wahren Siegesrausch neun der zehn erforderlichen S-Siege geschafft – den ersten damals im Juni im südbadischen Ichenheim. Dann ging es Schlag auf Schlag. Der laut Reglement erforderliche Zwei-Sterne-Sieg kam nun doch schneller als befürchtet.
Die Verleihung des begehrten Abzeichens könnte schon in den nächsten Wochen stattfinden. Das Dressurturnier in Zeutern an Ostern wäre ein guter Platz, denn dort hat die heute 28-jährige Saskia Löwel mit einer Bereiterlehre bei Pieter van der Raadt den Grundstein gelegt. Eigentlich sah ihr Lebensentwurf anders aus. Sie wollte nach der Ausbildung nur halbtags reiten, ansonsten noch einen Bürojob ausüben. Sicherheitshalber.
Dann war aber die Nachfrage von Pferdebesitzern und Reitschülern nach gutem Training so groß, dass sie komplett ins Profilager umsattelte. „Sassi“ Löwel ist ehrgeizig und fleißig wie eine Biene beim Honigsammeln. Und mutig, fast ein „Löwel-Herz“. Sie bändigt ohne Furcht auch junge und schwierige Pferde. Wegen ihrer zierlichen Statur ist sie außerdem Spezialistin für die Ausbildung von Turnierponys.
Auf dem Wieslocher Reiterhof Engelberth bildet sie Reiter und Pferde aus, ist aber auch in der ganzen Rhein-Neckar-Region unterwegs und schwer nachgefragt – das wird mit dem Goldenen Reitabzeichen sicher nicht nachlassen.
In der Walldorfer Halle ließ sie keine Geringere als die U25-Europameisterin Ann-Kathrin Lindner hinter sich, die von Olympiasiegerin Helen Langehanenberg den neunjährigen Oldenburger Only Follow Me übernommen hat. Dann folgten Jerome Schaack vom Stall Burger in Bretten auf dem beständigen Happy Harley und Melina Katz vom Martinushof in Zeutern auf Betty Barcley.
Die „Inter I“ von Walldorf war die erste Aufgabe dieses Grades in diesem Jahr – und damit eine erste Übersicht für die iWest-Tour, die auf demselben Niveau ausgetragen wird. Besonders gefallen konnte dabei auch der Junge Reiter Frederik Steisslinger aus Böblingen auf seinem deutlich gesteigerten Quattani – er zeigte eine reiterlich sehr korrekte Vorstellung und landete auf Rang zwei hinter Stephi Witzemann und den sichtlich gereiften zehnjährigen Mecklenburger Balios Primus (rok/Foto: Maria-Rosa Mitsch).
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