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Samstag, 26.08.2017 um 19:31

EM Göteborg: Isabell Werth entscheidet Kür-Krimi für sich

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Die Dressur-Kür bei der EM in Göteborg wurde zu einem absoluten Krimi um die Goldmedaille. Was sich schon im Special angekündigt hatte - nämlich das Potenzial von Sönke Rothenberger mit Cosmo, die Mannschaftskollegin Isabell Werth mit Weihegold OLD zu schlagen - verschärfte sich in der Kür. Sönke Rothenberger und der zehnjährige ganggewaltige KWPN Wallach Cosmo v. Van Gogh-Fruhling zelebrierten eine Kür mit Gänsehautatmosphäre. 10er gab es für die Wechsel, für die Piaffen, für die Übergänge - es war eine echte Vorlage, die Rothenberger da der Dressurkönigin Isabell Werth gegeben hatte. 90,614 Prozent! Irre - und völlig verdient.

Isabell Werth war klar: Nun darfst du keinen Fehler machen! Und wer Isabell Werth kennt, weiß - Druck macht sie noch stärker. Mit der zwölfjährigen Oldenburger Stute Weihegold OLD v. Don Schufro-Sandro Hit lieferte die bereits bei der EM zweifache Goldmedaillen prämierte Reiterin eine Runde voller Höhepunkte und ohne Fehler. Alles im Fluss - und mit einer Leichtigkeit, die seinesgleichen suchte. Kur vor Schluss war eigentlich klar: Das muss es für Isabell Werth sein. War es auch - aber ganz, ganz knapp. 90,982 Prozent waren nur der Hauch eines Vorsprungs und zwei Reiter sahen Rothenberger auf Platz eins. "Es ist eine Silbermedaille mit Goldrand", witzelte Sönke Rothenberger, der einfach nur glücklich und dankbar war für das, was ihm der KWPN Wallach an diesem Tag gegeben hatte.

So emotional, wie Sönke Rothenberger die EM erlebt hatte, ging es auch Isabell Werth - auch wenn die Rheinbergerin schon 17 (!) Goldmedaillen bei einer Euro gewinnen konnte, drei waren es in dieser Woche. Dennoch liefen der Routinierten in der Siegerehrung die Tränen. "Nach dieser Woche, voll von Adrenalin, kommen bei mir die Emotionen durch", so Werth. "Es war so eine brillante Kür. Und der Wettbewerb war genauso, wie wir ihn lieben. Jeder puscht den anderen. Es war so spannend. Ich wusste, dass ich nicht den kleinsten Fehler machen darf - und habe keinen gemacht."

Platz drei in der Prüfung und damit Bronze wie im Special ging an die Dänin Cathrine Dufour mit dem 14-jährigen dänischen Fuchswallach Atterupgaards Cassidy v. Caprimond-Donnerhall mit 84,561 Prozent. "Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, hier zwei Mal auf dem Podest zu stehen", so die Dänin. "Wenn alles läuft, hatte ich mit den Top 5 gerechnet, aber damit nicht."

Sprachlos war auch die deutsche Bundestrainerin Monica Theodorescu: "Ich muss erstmal durchatmen. Zwei Mal 90 Prozent - das ist unglaublich. Isabell Werths Stute war so präzise und die letzte Piaffe-Pirouette ein Augenschmaus. Sie hat hier Dressur zelebriert. Und Sönke ist auf diesem Turnier in der Weltspitze angekommen."

Platz vier ging an den Briten Carl Hester mit dem 13-jährigen KWPN Wallach Nip Tuck v. Dun Ruto-Animo mit 80,614 Prozent vor der Schwedin Therese Nilshagen mit dem vermögenden Oldenburger Wallach Dante Weltino OLD v. Danone-Welt Hit II (80,411 Prozent), dem man durchaus eine große Zukunft bescheinigen kann. (mos)

Fotos: Stefan Lafrentz

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