Rosenberg bleibt auch im Team-Test unter ihren Erwartungen
Es ist nicht ihre Europameisterschaft: Alina Rosenberg kam mit einer Erkältung ins Turnier und dann lief es nicht so wie gewohnt in der ersten Prüfung gestern, der Einzelwertung der Para-Reiter im Grade II. Zwei teure Fehler mit Nea's Daboun führten nicht zum erhofften Ergebnis. Die Reiterin aus Konstanz wurde immerhin im vergangenen Jahr in Rio bei den Paralympics in der Kür Vierte. Eigentlich, so dachte die 25-Jährige, könnte es ja nur noch besser werden heute. In der Mannschaftsentscheidung. Doch da hatte die Para-Reiterin, die an Spastiken leidet noch nicht mit einem schreienden Kind auf der Tribüne gerechnet. Das irritierte ihren achtjährigen und damit noch relativ unerfahrenen Wallach, der guckte etwas und zuckte - und das, so Rosenberg in ihrer ehrlichen Analyse, sei ein generelles Problem bei ihr. "Ich kann dann noch nicht drüber wegreiten", so die Studentin der Sozialen Arbeit. "Das ist dann einfach schwierig für mich, weil er das fast nie tut. Ich schaffe es dan noch nicht, die Nerven zu behalten." Was war passiert? Alina Rosenberg hatte sich dann verritten, ein kleines Blackout. Das kann passieren. Umso bemerkenswerter diese ehrliche Kommunikation ihres Problems, an dem sich für die Zukunft sicherlich arbeiten lässt. "Ich hatte mir für das ganze Turnier etwas anderes vorgenommen", erklärte die Mannschafts-Silbermedaillengewinnerin von Rio. "Da braucht man auch nichts beschönigen."
Dennoch: Alina Rosenberg geht es wieder etwas besser, auch wenn sie noch nicht ganz fit ist - und Nea's Daboun ging auch eine schönere Runde generell. Auch wenn es nur 67,348 Prozent wurden (Platz fünf in der Prüfung) und sie damit Streichergebnis im deutschen Team sein dürfte, baut das für die morgige Kür auf. Die dann ja vielleicht ohne schreiendes Kind stattfindet. (mos)
Foto: Stefan Lafrentz
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