Meike Lang und Ferrabeau auf dem Podest im Finale DERBY Stars von Morgen
Jetzt ist es amtlich: Rudi Widmann und sein elfjähriger Revenant wiederholen den gestrigen Sieg und stehen auch in der Finalprüfung ganz vorne, womit Revenant der DERBY „Star von Morgen“ ist. Die Beiden ließen dabei keine Zweifel offen und legten einen Start-Ziel Sieg aufs Parkett. Sie setzten sich mit Abstand an die Spitze und durften sich über ein sensationelles Ergebnis von 74,3 Prozent freuen. Der Rock Forever Nachkomme konnte schon in jungen Jahren mit seiner hohen Grundqualität überzeugen und holte sich u.a. 2018 den Titel der sechsjährigen Dressurpferde beim Bundeschampionat. Im letzten Jahr startete er erst spät in die Saison, sicherte sich jedoch zugleich ein Ticket für das Louisdor Preis Finale und rangierte dort auf Platz sechs. An diesem Wochenende zeigte sich Revenant nochmals gefestigter und auch die Beiden Kommentatoren Christoph Hess sowie Sebastian Heinze kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Sie hoben ebenso besonders die hohe Grundqualität des sympathischen Hengstes hervor, mit welcher er auch heute nur so spielte. Rudi Widmann und Revenant machten schon mit der ersten Trabverstärkung eine Ansage, es folgten toll kreuzende Trabtraversalen sowie eine ausdrucksstarke Piaff-Passage-Tour mit schon sehr zentrierten Piaffen. Auch die Galopptour gelang fehlerfrei, wenn auch sich in den Galopppirouetten in der zweiten Hälfte ein leichter Schwungverlust zeigte. Insgesamt fehlte es heute noch an der letzten Tragkraft, was sich in einem nicht immer ganz konstanten Zug an die Hand verdeutlichte. „Ein Bombenergebnis, ein Bombeneinstieg in das heutige Finale – ein Pferd, das sehr motiviert ist und viel Spaß an der Arbeit hat. Insgesamt muss er noch mehr Kraft, vorallem Tragkraft entwickeln, damit er das Ganze noch mehr in Kadenz abwickelt.“, fasste Christoph Hess die Vorstellung zusammen. Doch der Sieg war nicht der einzige Erfolg für Rudolf Widmann. Er durfte sich mit seinem elfjährigen Hengst Ferrari, wie auch schon in der Einlaufprüfung, über den dritten Platz freuen (70,9 Prozent). Ferrari verfügt über nicht weniger Grundqualität als sein Stallkollege. So punktete er besonders in den Verstärkungen, mit zentrierten Pirouetten und fleißigen Piaffen. „Ferrari ist ein sehr interessantes Pferd mit viel Grundqualität. Sicherlich ist er in seiner Art nicht ganz einfach. Besonders in der Versammlung könnte er noch mehr tragen und so seinen Körper positiv nach vorne entwickeln“, brachte es Sebastian Heinze auf den Punkt. Daraus folgte auch ein in den Einerwechseln nicht ganz sicher durchgesprungener Galoppwechsel. Alles in allem verfügt Rudi Widmann über zwei Pferde mit viel Perspektive, zwei echte Nachwuchsstars.
Doch aus baden-württembergischer Sicht durfte man sich ebenso über einen wahren Sensationserfolg freuen. Zwischen Rudi Widmanns Pferde schob sich Meike Lang mit dem elfjährigen Württemberger Ferrabeau (Z.: Anja Riß). Sie punktete sich zu 71,5 Prozent. Dabei zählten u.a. die sichere und ausdrucksvolle Piaff-Passagetour und die fehlerfreien sowie gut nach vorne ins Bergauf gesprungenen Serienwechsel. Auch Christoph Hess hob besonders die Piaff-Passage-Tour hervor: „Die Beiden haben eine tolle Piaff-Passage-Tour gezeigt, da lacht das Richterherz!“. Ein paar Abstriche muss im Moment noch in puncto Selbsthaltung gemacht werden. Besonders in der Galopptour kann sich Ferrabeau noch nicht immer ganz optimal tragen, wodurch sich die Galopppirouetten zwar auf kleinstem Kreis zeigten und dennoch war der letzte Galoppsprung teilweise verwischt. Doch auch Ferrabeau ist ein echter „Star von Morgen“ und die beiden Kommentatoren waren sich abschließend sicher, dass für ihn nach oben alles offen sei!
Marcus Hermes mit De Luca und Christian Reisch mit Qattani setzten sich auf die Plätze vier und fünf. Beide Pferde hatten sich heute mit der Atmosphäre der Münsteraner Halle angefreundet und zeigten sich stark verbessert. Marcus Hermes und De Luca punkteten vor allem in den Galopppirouetten sowie in den sicheren Serienwechseln. Demgegenüber mussten in der Piaff-Passage-Tour noch ein paar Abstriche gemacht werden, da der Wallach hier noch nicht ganz optimal ausbalanciert ist. Folglich zeigte sich diese nicht immer ganz gleichmäßig. Christian Reischs Louisdor Preis Finalist Quattani verdeutlichte heute sein hohes Potential und überzeugte v.a. in gut zentrierten Pirouetten und einer ausdrucksvollen Piaff-Passage-Tour, wobei der Wallach hier noch sicherer von hinten nach vorne durchziehen müsste. Der gestrige Zweitplatzierte, Ralf Kornprobst und sein TSF Cayenne RS, hatten heute Pech, oder besser gesagt strotzte Cayenne voller Übermotivation. Die Beiden starteten sicher in die Prüfung und überzeugten mit toll abfußenden Passagen, aktiven Piaffen und gut kreuzenden Traversalen. Schon im Schritt fand Cayenne nicht zu voller Gelassenheit und kam nicht zum guten Schreiten. Die Galopptour startete dann zugleich mit einem Durchstarten in der ersten Galoppverstärkung, woraus auch noch ein Umspringen resultierte. Auch in die Einer- und Zweierwechsel schlichen sich ärgerliche Fehler. Die Galopppirouetten gelangen demgegenüber wiederum gut zentriert, wobei sich der Wallach hier jedoch in sich sehr gerade zeigte. „Cayenne ist ein Pferd mit unglaublich viel Potenzial, der hier und heute leider teilweise etwas übermotiviert war“, beschrieb Sebastian Heinze. Die heutige Vorstellung ließ wahrlich keine Zweifel an Cayennes großem Talent für den Grand Prix Sport!
Auch Alexandra Sessler konnte sich mit ihrem Württemberger Dun Dee (Z.: Anton Herre) steigern. „Ein ganz sympathisches Paar“, beschrieb Christoph Hess und lobte dabei v.a. die jahrelange tolle Ausbildungsarbeit von Alexandra Sessler. Leider schlichen sich in den Einerwechseln Fehler ein. Auch die Piaff Passage Tour gelang nicht ganz sicher und so fußte der Wallach in den Piaffen hinten breit ab. Auch in der Passage müsste Dun Dee von hinten noch aktiver abfußen und dadurch mehr in der Bewegung aushalten. Charline Wetzler, Ines Fleischmann, Anna Schölermann, Anna-Lisa Wehr und Nicole Isser zählten zu den weiteren Platzierten. Ines Fleischmann und ihr High Noon zeigten sich im Finale deutlich verbessert und sicherten sich mit 68,2 Prozent Platz neun. Zu den Highlights ihrer Prüfung zählten sicheren Serienwechsel. Insgesamt forderten Sebastian Heinze und Christoph Hess besonders in der Trabtour mehr Eigendynamik sowie mehr Geschlossenheit, wodurch sich High Noon noch besser in der Selbsthaltung zeigten sollte. In der Piaff-Passage-Tour sollte der Wallach noch aktiver von hinten abfußen. Auch ein Umspringen in der Hinterhand in der ersten Galopppirouette kostete wertvolle Punkte. Nicole Isser und ihr Württemberger DiCaprio (Z.: ZG Ott) erhielten 66,8 Prozent, wobei sich der Wallach auch in der Finalprüfung mit der Münsteraner Halle nicht so richtig anfreunden konnte. Er suchte immer wieder die Stütze auf der Hand, wollte sich regelrecht verstecken. Insgesamt waren die beiden Kommentatoren auch von diesem Paar sehr angetan, wünschten sich jedoch noch mehr Aktivität aus der Hinterhand und daraus folgend eine bessere Selbsthaltung.
Alles in allem machten die Leistungen des heutigen Finales sehr viel Freude, vor allem Freude auf die Zukunft. Die Reiter, Richter und auch die Kommentatoren lobten dabei besonders die Serie sowie der Grundgedanke hinter DERBY Stars von Morgen. Das Ziel begabte U25 Nachwuchsreiter und talentierte junge Pferde (8-12 Jahre) in der Dressur zu fördern und den Einstieg in den Grand Prix Sport zu ermöglichen wurde mehr als erreich. Solch eine Serie ist für den deutschen Dressursport enorm wichtig! (msb)
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