Stuttgart: Der achte Titel ist perfekt!
Wunder sind auch im Fahrsport selten. Und es wäre ein Wunder gewesen, wenn der in den Niederlanden ansässige Australier Boyd Exell nach dem souverän gewonnenen „Einlaufrennen“ am Tag danach den Sieg in der Weltcup-Prüfung vergeben hätte. Zumal ihm dieser Erfolg den achten Titel „Stuttgart German Driving Master“ bescherte. Exells Überlegenheit nicht nur in der Weltcup-Konkurrenz in Stuttgart, sondern auch bei Championaten im Freiland, zeigt sich darin, dass er das richtige Gespann zur richtigen Zeit parat hat. Und dass er in „Ausnahmefällen“, etwa wenn er trotzdem einen Abwurf kassiert hat, nochmals „eine Schippe drauflegen“ kann. Das ist Fahrkunst vom Feinsten. Zwei seiner braunen Gespannpferde hat er von Georg von Stein übernommen, darunter eines aus der Zucht von Rudolf Temporini, ein weiterer Brauner kam über die Ungarn Lazar und Dobrovitz zu ihm, der vierte Braune über Chester Weber. Ein Gespann für die Halle zusammen zu stellen, ist laut Exell deutlich schwieriger, als ein Gespann für das Freiland aufzubauen. Dafür hat er mehrere Jahre benötigt. Dass er nun das angestrebte Top-Gespann für die Halle hat, unterstreichen seine souveränen Siege in Lyon, Maastricht und Stuttgart.
Annähernd mithalten mit Exells Künsten konnte in Stuttgart lediglich der Schweizer Jerome Voutaz mit modern gezogenen, sehr beweglichen Freiberger Pferden. Ähnliches gilt für den jungen Belgier Glenn Geerts, der für sein neues niederländisch/belgisches Gespann allerdings noch Optimierungsbedarf sieht. Mit einem Abwurf weniger hätte auch Michael Brauchle, der Exells Perfektionismus beispielhaft findet, die Siegerrunde erreichen können. Für ihn gab es am Ende Rang vier. (heo)
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