Vogel fliegt allen davon
Wahnsinnsport im BW-Bank-Finale am Donnerstagabend in der Stuttgarter Schleyer-Halle: Richard Vogel, der für Mannheim startende gebürtige Oberschwabe, flog im Stechen allen davon. Im Sattel des zehnjährigen Oldenburgers Accoton PS holte der 25-jährige Seriensieger seinen ersten Hallentitel in der alten Heimat. Im Stechen hatte er vorgelegt und seine Kontrahenten regelrecht beflügelt.
Vogel war der erste Reiter im Stechen, der es sich traute, die Distanz vom ersten auf den zweiten Sprung mit sieben Galoppsprüngen zu reiten. Das gab den Ausschlag. Auch den letzten Sprung ritt er nach einer letzten langen Strecke im Renngalopp an, dazwischen gelangen ihm knappste Wendungen. Bei 36,64 Sekunden blieb die Uhr stehen. Der zweifache BW-Sieger Andy Witzemann mit seinem routinierten Cassadero und – todesmutig – der Ilsfelder Amateur Jan Müller mit Ciricu wagten das gleiche Experiment, schafften es aber trotzdem nicht ganz, an Vogels Zeit heranzukommen. Sie wurden Zweite und Dritte. Vor allem für Jan Müller war es ein sensationaller Erfolg – der bislang größte seiner Karriere.
Die Fans in der Schleyer-Halle tobten bei dieser knappen Entscheidung und dem Top-Sport, den ihnen die Landesspitze bot. Die Anfangsphase des Springens hatte Parcourschefin Christa Jung ein paar graue Haare beschert. Denn es gab innerhalb des ersten Dutzend an Startern sieben fehlerfreie Ritte, obwohl die Jury reagierte und die erlaubte Zeit herabsetzte – so dass schneller und unvorsichtiger geritten werden musste. Aber auch das half nichts. Erst nach und nach fielen mehr Stangen. Am Ende hatte die wohl weltbeste Parcourschefin dann doch das richtige Händchen bewiesen. Neun Paare waren ins Stechen vorgedrungen.
Für einige Favoriten war nach dem Normalparcours Ende, so zum Beispiel für Rekordchampion Timo Beck mit seiner Mirabell und für Titelverteidiger Hans-Dieter Dreher mit seinem Prinz, der ganz unvermittelt eine Stange traf (rok/Foto; TomsPic)
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