Kai Huttrop-Hage zum 50.
Er hat wahrscheinlich die freundlichste Gutsherrenart der Republik: Kai Huttrop-Hage, aufgewachsen auf dem Landgut Gut Ringelsbruch bei Paderborn und seit rund zehn Jahren Geschäftsführer des Hofgutes Albführen in der südbadischsten Region Waldshut-Tiengen (wo Zürich viel näher ist als Stuttgart), spricht weder Badisch noch Schwäbisch. Aber mittlerweile gehört er zu baden-württembergischen Reitsportszene, als sei er schon immer hier.
Als beim Stuttgart German Masters vor jetzt fünf Jahren für die Gründer um Turnierdirektor Gotthilf Riexinger Nachfolger gesucht wurden, kam Huttrop-Hage schnell ins Gespräch. Damals hatte er sich als Turnierorganisator in seiner alten westfälischen Heimat, vor allem aber als Turniersprecher mit Sachverstand und trockenem Humor einen Namen gemacht – unter anderem auch in der Schleyer-Halle. Schlagfertiger als er ist kaum jemand. Wenn er redet, ist zuhören alternativlos. „Wer laut spricht, hat Recht“, zitiert „KHH“ gerne seinen Vater und schmunzelt dabei. Wer Ironie und ein bisschen gepflegten Sarkasmus nicht verträgt, muss sich erst an den wortgewandten Westfalen gewöhnen.
Seit dem Wechsel ist der studierte Agaringenieur ein Teil des Stuttgarter Turnierleiter-Trios, hat es aber auch verstanden, das Hofgut Albführen an der Schweizer Grenze zu einem der wichtigsten Turnier-Standorte und Ausbildungsbetriebe des Landes auszubauen – unter anderen mit den richtigen Trainern und Reitern am richtigen Ort. Da hat er ein besonderes Händchen. Die Turniere auf der prachtvollen Anlage inmitten der Wiesen des Oberrheins gehören zu den schönsten, die das Land zu bieten hat.
In alter Tradition pflegt Huttrop-Hage vor allem den Stil und das Niveau, die zu der Anlage und ihrem Anspruch passen. Ob laut oder leise, sein Wort hat Gewicht – auch als kritischer Geist gegenüber den Verbänden.
Das Reiterjournal gratuliert Kai Huttrop-Hage heute zu seinem 50. Geburtstag. rok
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