(Rj +) Kaderrückkehr: Familie Treffinger besteht auf ein Gespräch
Die Situation war leicht skurril, als Landesverbandspräsident Klaus Dieterich neulich beim Dressurturnier in Ludwigsburg das Goldene Reitabzeichen an Moritz Treffinger verlieh, dem aus Oberderdingen stammenden Dressurreiter, der gerade zur deutschen Spitze der Jungen Reiter durchstartet – ohne dass sein Name im baden-württembergischen Landeskader auftaucht. Keine Geringere als Isabell Werth würdigte Treffinger als besonderes Talent im Dressursattel und Nachwuchshoffnung für den Dressursport in Deutschland.
Aber auch über ein Jahr nach schweren Vorwürfen auf den Landesmeisterschaften, der zu einem Rückzug Treffingers aus dem Landeskader führte, ist das Tischtuch zwischen dem Landesverband und der Familie Treffinger noch zerschnitten. Der Dressurausschuss hatte damals dem Jungen Reiter öffentlich vorgeworfen, er schade mit seiner Reiterei dem Ruf des Landes. Treffingers wiesen den Vorwurf als "falsche Behauptung" zurück und verzichteten auf eine Kadernominierung. Da war Dieterich noch nicht im Amt.
In einem Interview mit dem Reiterjournal (erscheint in der Ausgabe Ende Oktober) äußert sich Dieterich jetzt auf Nachfrage so: „Die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Landeskader werden vom Disziplinausschuss Dressur festgelegt. Sofern Moritz diese Voraussetzungen erfüllt, wird er auch wieder für den Kader nominiert. Dann ist es an ihm die Kadernominierung und die Kaderverpflichtung anzunehmen. Ich würde mich freuen, wenn Moritz die Nominierung annimmt.“
Ein Satz, der Treffingers enttäuscht. Dieses Übergehen zur Tagesordnung ohne eine weitere Aufarbeitung der Vorgänge und Diskussionen sei für ihren Sohn nicht ausreichend, erklärte Santina Treffinger. „Wir wünschen uns ein klärendes Gespräch und eine Aufarbeitung“, erklärte sie. Man wünsche sich schon seit einem Jahr ein Gespräch mit dem Landesverband oder dem Disziplinausschuss. Aber: "Keiner hat sich irgendwie bewegt."
Ein Kaderangebot in der Art, als sei nichts geschehen, reiche für eine Rückkehr in den Landeskader nicht aus. Für eine zukünftige Zusammenarbeit müsse darüber gesprochen werden, wie diese aussehen könnte (rok/Foto: Doris Matthaes).
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