Ludwigsburg: Dorothee Schneider hat die Qualifikation für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals in der Tasche
Wenn der Quaterback-Sohn die lange Seite entlang galoppiert, müsste das Viereck eigentlich noch zehn Meter länger sein: Der neunjährige Quaterline gewann heute unter Dorothee Schneider mit 75,195 Prozent die Finalqualifikation zum Finale des Nürnberger Burg-Pokals. „Eigentlich war er anfangs etwas schüchtern, heute hat er sich schon toll und vertrauensvoll präsentiert“, lobte Dorothee Schneider ihren Youngster und freute sich über die Qualifikation. Da es am frühen Nachmittag zu regnen begann, hatten ihr die Schirme etwas Kopfzerbrechen bereitet: „Aber das hat ihn gar nicht gestört.“ Ganz im Gegenteil! Der mächtige Braune zeigte sich elastisch, für die Passagen gab es sogar die „9“. Im Schritt mit gutem Übertritt, auch die Schritt-Pirouetten waren aktiv. Danach ein kleiner Wackler beim Angaloppieren, wodurch auch der folgende Wechsel misslang. Seine Reiterin hatte ihn aber gleich wieder bei sich und konnte eine kraftvolle Galopptour mit toller Bergauftendenz zeigen. Zusätzlicher Bonus: Für das Rückwärtsrichten gab es den Sonderehrenpreis, der für „das beste Rückwärtsrichten“ verliehen wurde.
Ingrid Klimke und ihr Franziskus-Sohn Freudentänzer wurde Zweite. Die Reitmeisterin konnte den Westfalen gut präsentieren. Die Trabtour gelang gut und flüssig mit feinen Übergängen, in der Galopptour schlichen sich kleine Fehler in den Dreierwechseln ein, die Viererwechsel gelangen gut (73,829 Prozent).
Und noch ein Franziskus-Nachkomme: Platz drei ging an Moritz Treffinger und seine Württemberger-Stute Francis Royal (72,366 Prozent). Gut kreuzende Trabtraversalen mit viel Schulterfreiheit sind eine Stärke der Stute. Eine gute Rahmenerweiterung in der Galoppverstärkung und sicher gesprungene Viererwechsel fielen ebenfalls besonders positiv auf.
Sein zweites Pferd, den neunjährigen Treffinger’s Superstition OLD v. Surprise, platzierte Moritz Treffinger auf Rang vier (72,220 Prozent). Der Wallach verfügt über drei sehr gute Grundgangarten, heute konnte er besonders in der Galopptour seine Stärken ausspielen. Die Traversalen in guter Stellung und Biegung, sehr gleichmäßige Viererwechsel und eine Galoppverstärkung mit schöner Bergauftendenz ließen den frisch gebackenen Träger des Goldenen Reitabzeichens nach der Vorstellung jubelnd die Arme hochreißen vor Freude.
Fünfte wurde Charlott-Maria Schürmann mit der erst siebenjährigen Dante Weltino-Tochter Dante’s Pearl (71,488 Prozent). Sie konnte vor allem in den Trabtraversalen und den Trabverstärkungen punkten. Auch die Galoppwechsel zu drei und vier Sprüngen gelangen sicher und flüssig, ebenso das Rückwärtsrichten.
Platz sechs ging an Jasmin Schaudt und den siebenjährigen Dancier-Sohn Diallo (71,195 Prozent). Der Hannoveraner kreuzte gut in den Traversalen, im starken Trab zeigte er eine ansprechende Rahmenerweiterung. In der Galopp-Pirouette nach rechts war er etwas festgehalten, nach links klappte es besser. Die Galoppwechsel zu drei und vier Sprüngen gelangen tadellos, nur könnten die Wechsel manchmal noch etwas mehr bergauf gesprungen sein.
Kim Hanna Heininger und der neunjährige Württemberger Lütter Lord Loriot kamen auf Rang sieben (70,146 Prozent). In den Trabverstärkungen zeigte der Lord Leopold-Sohn viel Schub aus der Hinterhand, auch im Schritt tritt er deutlich über. In den Galopp-Pirouetten könnte er noch etwas mehr Last aufnehmen. Die Galoppwechsel zu vier Sprüngen waren etwas schwankend, zu drei Sprüngen gelangen die Wechsel sehr gut.
Platz neun erreichte die für Luxemburg startende Fie Christine Skarsoe mit dem achtjährigen Cennin-Sohn Coco Island OLD. Im vergangenen Jahr war der Fuchs bei der WM der jungen Dressurpferde am Start gewesen. Heute präsentierte er sich sehr zufrieden und aufmerksam. Der starke Schritt mit guter Dehnung und sehr viel Übertritt, gute Lastaufnahme in den Galopp-Pirouetten und sicher gesprungene Dreier- und Viererwechsel – insgesamt gab es für die Vorstellung 70,098 Prozent. (mj)
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