WM Pratoni: Teamgold für Deutschland - Jung verpasst Einzelmedaille
Es hat nicht sollen sein - im schweren Springen der Vielseitigkeits-WM hat sich einmal mehr bewahrheitet, dass erst das letzte Hindernis entscheidet. Genau dieses wurde Michael Jung und seinem Spitzenpferd fischerChipmunk nämlich zum Verhängnis und kostete die fast schon sicher geglaubte Medaille. Während zu Beginn alles bestens lief, fiel gegen Ende des Kurses am Einsprung der Kombination 11a 11b die erste Stange. Zunächst kein Problem, schließlich hatte Jung mit seinem Rekord-Ergebnis von 18,8 Zählern aus der Dressur und der fehlerfreien Spitzenleistung im Cross einen Abwurf auf die bis dato zweitplatzierte Britin Yasmin Ingham gut. Dann Sprung zwölf fehlerfrei und Einzelgold greifbar, doch auch am letzten Sprung war das Glück wieder nicht auf der Seite des Horber Reitmeisters - leicht touchiert und die oberste Planke des Steilsprungs fiel zu Boden, was ein Endergbnis von 26, 8 Punkten und Platz fünf in der Einzelwertung bedeutete. Auch bei Sandra Auffarth und Viamant du Matz, die mit einer Traumrunde im Gelände viele Plätze gut gemacht hatten, lief es im Parcours nicht wie erhofft. Gleich drei Stangen fielen und katapultierten die Weltmeisterin von 2014 mit 43,3 Punkten auf Platz 23 zurück, was das Streichergebnis für das deutsche Team bedeutete. Fehlerfrei hingegen blieb Christoph Wahler, der den schweren Kurs mit seinem gewaltig springenden Schimmel Carjatan S ohne Probleme bewältigte und das Championat mit 42,4 Punkten und Rang 22 im Einzel beendete. Ihre Topform aus dem Gelände konnte die Olympiasiegerin von Tokio Julia Krajewski mit Amande de B´Neville auch im Parcours fortsetzen - 26 Punkte im Endergebnis und verdientes Silber für die Warendorferin! Gold ging an die nicht zu schlagende und in allen drei Teilprüfungen bravourös abliefernde Yasmin Ingham auf Banazi du Loir, die Bronzemedaille holte mit einer Nullrunde im Parcours Tim Price auf Falco für Neuseeland (26,2). Doch auch die gute Gesamtleistung des deutschen Teams wurde belohnt: Mit 95,2 Punkten sicherten sich Julia Krajewski, Michael Jung, Christoph Wahler und Sandra Auffarth die Goldmedaille und verwiesen die USA (100,3) und Neuseeland (100,7) auf die Plätze. Freude und sicher auch Frust lagen heute also besonders nah beieinander. Debütantin Alina Dibowski und Barbados beendeten ihr erstes Championat im Reiterlager mit 65,2 Zählern und Platz 45 auf dem Punkt im Mittelfeld der 90 Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2022. (wentsch)
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