Beni Wulschner im Regen am schnellsten
Er kam zurück, sah, wurde nass und siegte: Benjamin Wulschner war der überragende Reiter im ersten Zwei-Sterne-Springens des Öko-Turniers in Ellwangen-Killingen. Jetzt will der Sachse unbedingt die Solarstrom-Anlage gewinnen, die am Sonntag im Großen Preis der Siegerehrenpreis ist.
Denn mit diesem Sonderehrenpreis im Wert von rund 18 000 Euro ist der Große Preis von Killlingen das höchstdotierte nationale Springen der Republik, wie Turnierchef Mario Walter bestätigte. Weitere 7000 Euro werden in der Prüfung an Geldpreisen ausgeschüttet.
Am Freitag kam es auf der Ostalb zu der leicht skurrilen Situation, dass nach wochenlanger Hitze ausgerechnet am Turnier der Familie Walter auf der Anlage der Firma Walter Solar die Sonne ihren Dienst quitttierte. Es goss vielmehr wie aus Kübeln.
Die beiden Solar-Unternehmer Mario und Wolfgang Walter nahmen es mit einem gewissen Gleichmut ostälbischer Naturburschen. „Unser Metier ist die Umwelt, deshalb freuen wir uns trotz allem über den Regen nach der langen Trockenheit“, erklärte Seniorchef Wolfgang Walter.
Den sportlichen Bedingungen tat es keinen Abbruch. Der kompakte Prüfungsplatz ist wettersicher, das Abreiten wurde kurzerhand in die 60-Meter-Halle verlegt. Christa Jungs Parcours waren fair aber anspruchsvoll. Nur der Spaßwettbewerb Shot-and-Drive wurde um einen Tag verlegt; denn schon am Samstag soll wieder die Sonne scheinen über Killingen.
Benjamin Wulschner, 34-jähriger Springprofi aus Sachsen mit baden-württembergischer Vergangenheit, war im Zweiphasenspringen eine Klasse für sich: Mit Priereurévon Perigeux und Quidditsch von Contender landete er sogar einen Doppelsieg vor dem Bayern Maximilian Ziegler auf Cajon und Günter Treiber aus Eppelheim, der das Springen als bester Baden-Württemberger beendete. Es ist übrigens schon wieder zehn Jahre her, dass Wulschner vom oberschwäbischen Stall Allgäuer wieder in seine ostdeutsche Heimat zurückkehrte.
Wie Mario und Wolfgang Walter bestätigten, ändert das Wetterpech nichts an ihrem erklärten Ziel, zum ersten klimaneutralen Reitturnier zu werden. Zwar liefern die Solaranlagen ohne Sonne deutlich weniger Strom, aber der Hauptanteil stammt aus einer Hochrechnung der Solaranlage, die es im Großen Preis zu gewinnen gibt. „Auf sieben Jahre gesehen, sind ein paar Regentage nicht messbar“, erklärte Wolfgang Walter. Mit der Erzeugung von Solarstrom gleicht das Killinger Turnier in einer Öko-Bilanz den kompletten Energieverbrauch des Turniers aus (rok/Foto: Kern)
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