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Donnerstag, 18.08.2022 um 20:14

Die Mädels mit dem Unterstrich

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Sie heißen Fabi, Caro, Scarlett, Anja, Jenny, Jillian und Marina und - gemeinsam haben sie fast eine halbe Million Fans bei Instagram. Sie sind „Influencerinnen“, also wandelnde Marketing-Produkte im weltweiten Netz. Wenn zum Beispiel Anja Federwisch aus der Nähe von Düseldorf ihren Haflinger Wallach Sam reitet und davon schöne Fotos oder Filme in den sozialen Netzwerken teilt, fliegen ihr die digitalen Herzchen zu – manchmal 10 000 und mehr. Zwar studiert die 20-jährige junge Frau Medien und digitale Kommunikation, aber ihr Geld verdient sie als „Influencerin“, jetzt schon während des Studiums.

Es ist der Berufswunsch vieler junger Menschen. Ihr Geld verdienen sie durch ihre Bekanntheit, denn knapp 190 000 „Follower“ sehen nicht nur Haflinger Sam, sondern jede Menge Werbung von Reitsportfirmen: Helme, Shirts, Hosen, Schabracken, Fliegenkäppi. Das lassen sich die Firmen wiederum etwas kosten. Auf ihren Instagram-Accounts nutzen die jungen Reiterinnen, deren Attraktivität durchaus zum Beruf gehört, meistens einen Unterstrich im Namen. Anja Federwisch heißt bei „Insta“: anja-fee.

Sieben dieser „Influencerinnen“ hatte Mannheims Reiterpräsident und Maimarkt-Reitturnierchef Peter Hofmann jetzt ins Maimarkt-Reiterstadion eingeladen – ganz in Präsenz. Dort bekamen Fabi Simon, Caro Bucher, Scarlett und Jillian Wyrobnik, Anja Federwisch, Jenny Simon und Marina Schuster zwei Tage Training bei keiner Geringeren als Dorothee Schneider, der Weltmeisterin und Olympiasiegerin, die übrigens in den sozialen Netzwerken auch ganz ordentlich unterwegs ist, mit etwas über 100 000 Followern allerdings bei den Influencerinnen eher im hinteren Drittel. Sie kann damit leben, denn sie verdient ja mit Reiten ihr Geld, nicht mit Online Marketing.

Hintergrund: An Peter Hofmanns Seite im Büro seiner Firma Berrang und auch des Maimarkt-Turniers arbeitet eine pfiffige junge Betriebswirtin mit einem Faible für Online-Marketing und neue Medien, Turnierreiterin ist Allessandra Hauck auch. Sie brachte den Turnierchef dazu, das Turniermarketing des Maimarkts zu modernisieren:  Wenn man die wichtigsten Influencerinnen der Republik als Werbeträgerinnen für das Maimarkt-Turnier gewinnen könne, erhöhe das die Bekanntheit vor allem bei jüngerem Publikum – so überzeugte sie den 71-jährigen Juristen, der auch zum Präsidium der FN gehört. Als er seine Ideen in der FN-Pressestelle erzählte, musterte man ihn etwas amüsiert, schmunzelt er. „Wenn man alt ist“, entgegnete er, „heißt das noch lange nicht, dass man nicht aufgeschlossen wäre gegenüber Neuem“.

Also fragte er bei der Chmapionatsreiterin Dorothee Schneider an, die jetzt für zwei Tage ins Mannheimer Reiterstadion fuhr, um den Influencerinnen ein Training anzubieten. Denn, so nebenher: reiten können sie auch, nicht nur gut aussehen, wie anja_fee, die mit ihrem Sam nicht nur Dressur reitet, auch Springen, Vielseitigkeit und Western. Das bringt Klicks. In Mannheim wurde sie übrigens professionell von ihrer filmenden Mutter und einer Fotografin begleitet. Posten sieht nur leicht und lässig aus, aber dafür wird hart gearbeitet.

Nun sind die Influencerinnen „influenced“ vom Mannheimer Maimarkt. Hofmann ließ sich nicht lumpen, spendierte neben dem Unterricht auch den Aufenthalt, ein schönes Abendessen und ein Mentaltraining.

Beim nächsten Turnier werden die Damen mit dem Unterstrich im Namen vom MVV-Stadion aus posten und damit für das Traditionsturnier werben, das im Marketing neue Wege geht (rok/Fotos: Federwisch)

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