Gundelfingen: Erster S-Sieg für Claudia Kaiser und Sweetheart in der Kür, Felicitas Beck gewinnt S*
Sie reitet gerade bei jedem Turnier ganz vorne mit. Auch in Gundelfingen zeigte Felicitas Beck wieder tolle, harmonische Ritte mit ihrem Hannoveraner Faido und ihrer Oldenburgerin Gandria. Mit Faido konnte sie die S*-Dressur, Qualifikation für die Kür am Nachmittag, gewinnen (69,496 Prozent). Der Neunjährige war konstant in guter Anlehnung unterwegs, das Genick als höchster Punkt, mit feiner Verbindung zu seiner Reiterin. Viel Übertritt im Schritt, im Galopp, besonders in den Pirouetten, könnte er noch etwas mehr Last aufnehmen. So war bei den fliegenden Wechseln zu vier Sprüngen das linke Hinterbein etwas zu elektrisch, in den Galopptraversalen wurde er teilweise etwas eng. Platz zwei ging an die Legelshursterin Claudia Kaiser mit ihrem erst siebenjährigen Sweetheart (68,333 Prozent). Der selbstgezogene Sezuan-Sohn begeisterte mit viel Schwung im starken Trab, im Schritt könnte er noch etwas mehr untertreten. Seine Reiterin klopfte ihn hier immer wieder lobend. In der Galopptour entwickelt der Braune viel Power, dadurch wurde er teilweise etwas eng. Die Galoppwechsel gelangen sicher und flüssig. Viele Fans im Publikum schenkten Claudia Kaiser stimmungsvollen Applaus nach ihrer Grußaufstellung. Dritte wurde erneut Felicitas Beck, diesmal mit ihrer elfjährigen Gandria (68,256 Prozent). Die großrahmige Stute mit viel Bewegungsqualität trabte in den Verstärkungen mit viel Schub aus der Hinterhand und schritt weit übertretend. Auch die nebenher laut erklingende Musik vom Springplatz brachte sie nicht aus der Ruhe. Die Galoppwechsel gelangen, in der Galopptraversale nach links kam sie etwas ins Laufen, wodurch auch der anschließende Wechsel misslang. Vierte wurde Cosima Gerhardt mit ihrem 17-jährigen Oldenburger Rosenglanz (66,86 Prozent) und erzielte damit ihre erste S-Platzierung. Im Mitteltrab mit gutem Schub aus der Hinterhand kam der Fuchs im starken Trab etwas tief mit dem Genick. Die Galoppwechsel gelangen sicher, die Galopp-Pirouette nach links war sehr klein und gesetzt, nach rechts etwas größer angelegt. Im starken Schritt könnte er sich noch mehr an die Hand seiner sehr korrekt sitzenden Reiterin dehnen.
In der Kür gelang es schließlich: Der ersehnte erste S-Sieg für Claudia Kaiser und ihren Sweetheart. Vor dem Einreiten atmete sie noch einmal tief durch, Ruhe und Kraft sammeln für das Energiebündel unter ihr. Musicalklänge aus „The Greatest Showman“, dazu im Zickzack angelegte Trabtraversalen, ein schwungvoller Mitteltrab mit viel Schub aus der Hinterhand und eine zur ersten Prüfung nochmal verbesserte Anlehnung und Aufrichtung. Zweite wurde Julia Elsässer mit der wohl anspruchsvollsten Choreographie des Tages. Leona Lewis sang zu gelungenen Galopptraversalen und elastischen Trabtraversalen mit viel Schulterfreiheit. Sehr anspruchsvoll die Wechsel auf gebogener Linie, die letzte Mittellinie ritt Elsässer einhändig. Dritte wurde Doris Heizmann mit Hot Chocolate. Der 13-jährige Oldenburger zeigte gut kreuzende Trabtraversalen und ein flüssiges Schulterherein, anschließend jeweils Kontervolten zum Gesang von Céline Dion. Viele Wechsel zu drei Sprüngen an der langen Seite und eine schwungvolle Trabverstärkung zur Grußaufstellung. Platz vier ging an Julia Schneider im Sattel von Fürst Felipe, die nach dem Gruß direkt mutig in die Wechsel zu vier Sprüngen startete. Leider waren die Wechsel nach der ersten Prüfung auch in der Kür immer wieder von Unsicherheiten geprägt. In der Trabtour zu Coldplay konnte sie punkten, die Traversalen flüssig mit guter Biegung. Daniel Lohmüller ritt mit der 15-jährigen Roma Antiqua auf Platz fünf. Damit holte er sich mit der Rascalino-Tochter die erste S-Platzierung. Seine Kür zu Orchesterklängen war sehr im Vorwärts angelegt. Eine gut kreuzende Trabtraversale und die Verstärkungen mutig nach vorne geritten. Sechste wurde Cosima Gerhardt mit ihrem Rosenglanz. Nach der tollen Qualifikation am Mittag hatte das Paar in der Kür leider ein paar Missverständnisse, die Galoppwechsel auf gebogener Linie mit Fehlern, auch die Trabtraversale zu Beginn misslang, weil der 17-Jährige angaloppierte. Trotzdem eine schöne Trabtour mit viel Schub, gesetzte Pirouetten und eine mutig herausgerittene Trabverstärkung. Und immerhin schon die zweite S-Platzierung überhaupt und das innerhalb eines Tages. (mj)
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