Rot am See: Densborns Leckerli wird Springpony-Landeschampion der Sechsjährigen
Nach der Titelvergabe bei den fünfjährigen Springponys » sollte auch in der Altersklasse der ein Jahr älteren Springponys ein neuer Landeschampion gekürt werden. Im Feld der Sechsjährigen sah es in Rot am See an diesem Wochenende aber mau aus. Zwar wurde ein Champion am Ende des Tages gekürt, der sicherlich Potential für Erfolge in der Pony-Tour hat, ob dieser aber am gestrigen Tag allerdings eine titelwürdige Leistung zeigte, sei einmal dahingestellt.
Für die Springponyprüfung der Klasse L, die zugleich als Qualifikation zum Bundeschampionat gewertet wurde, hatten drei Paare ihren Start angemeldet. Davon stammten nur zwei Ponys aus dem Zuchtgebiet der Landeszucht, nur eines von ihnen war auch wirklich sechs Jahre alt und hatte damit ein Anrecht auf den Titel des Landeschampions im Feld der Sechsjährigen.
Den Titel sicherte sich schlussendlich Fuchsstute Densborns Leckerli unter Vroni Grüber. Die Richter hatten die Vorstellung der Del Piero-Tochter aus der Zucht und dem Besitz der Familie Zollmann ursprünglich mit einer 6,5 bewertet, nach Abzug der drei Fehler blieb eine 5,0. In der Ausschreibung zum Landeschampionat der Springponys heißt es, dass mindestens drei Ponys mit der entsprechenden Lebensnummer genannt sein müssten. Landeschampion werde das Pony mit dem besten Ergebnis. Um die Titelvergabe für Außenstehende nachvollziehbarer zu machen, sollte über das Erreichen einer Mindestnote diskutiert werden, auch wenn das bedeuten könnte, dass nicht jede Schärpe vergeben wird.
Hinzu kommt: Nach Rückmeldung der Teilnehmer blieb den jungen Ponyreitern und ihren noch jüngeren Ponys nur wenig Zeit zur Vorbereitung. Zuvor hatte die Ponyspringprüfung der Klasse M stattgefunden, so blieb den Teilnehmern, die an beiden Prüfungen am Start waren nur wenige Minuten zur Vorbereitung sowie kaum Zeit im Parcours um die unerfahrenen Ponys an den großen Platz zu akklimatisieren. Sicherlich auch ein Grund warum Fehler passierten und nur ein Pony überhaupt das Ziel erreichte. Da lediglich drei Ponys am Start waren hatte man als Veranstalter ursprünglich sicherlich mehr Zeit für diese Prüfung eingeplant, was auch im Leerlauf zur anschließenden Prüfung klar wurde. Das geht besser! Und vor allem pferdefreundlicher für die Youngster. (akb)
Nach Veröffentlichung dieses Beitrags hat sich der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V. mit einer Stellungnahme an die Reiterjournal Redaktion gewandt. (02. August 2022, 09.45 Uhr)
"Ich konnte zwar aufgrund von Terminüberschneidungen nicht persönlich in Rot am See dabei sein, möchte aber hier doch kurz ein paar Dinge aus Sicht des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg e.V. anmerken: Dieses Championat ist auf unsere Initiative hin zum ersten Mal ausgetragen worden (zumindest seit langer Zeit, was ganz früher war, entzieht sich meiner Kenntnis). Bisher gab es bei den Sportponys immer nur Championate für 3- und 4j. Reitponys. 2021 kamen erstmals die 5- und 6j. Dressurponys dazu, in diesem Jahr dann auch die Springponys. Bitte gebt diesem Prüfungsformat ein wenig Zeit, sich zu entwickeln. Von null auf drei Starter ist ein Anfang, nächstes Jahr sind es dann schon vier oder fünf!? Bei den 5jährigen Springponys waren es ja immerhin auf Anhieb sieben Teilnehmer. Sicher war in Rot am See nicht alles optimal, aber wir werden diese kleinen Dinge (Vorbereitungszeit, Parcoursaufbau) im nächsten Jahr besser machen. Was die Note des 6j. Champions angeht: es war ein platzierungswürdiges Ergebnis, Schärpe und Schleifen waren vor Ort, warum soll man die im Müll entsorgen? Wir haben sie vergeben und hoffen damit, für die Zukunft ein wenig Motivation und Ehrgeiz bei Züchtern und Reitern springbetonter Ponys in Baden-Württemberg geweckt zu haben." Norbert Freistedt, Geschäftsführer und Vermarktungsleiter Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V.
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.