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Sonntag, 26.06.2022 um 18:00

Lokalmatadore siegen in Ilsfeld

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Es gibt nur ganz wenige Vereine im Land, die so viele erfolgreiche Turnierreiter haben wie der Reiterverein Ilsfeld. Da passt es wunderbar, dass die beiden Sieger im Viereck und im Parcours am Sonntag beim Jubiläumsturnier Lokalmatadore sind: Jan Müller im Springen und Ann-Kathrin Lindner in der Dressur.

Jan Müller freute sich riesig. So viele Große Preise hat Baden-Württembergs bester Amateur-Springreiter schon gewonnen  - aber noch nie jenen in der Heimat. Jetzt war er aber mal reif. Im Sattel des Oldenburger Springpferdes Ciricu, der schon das ganze Wochenende in Topform ging, sicherte er sich im Stechen unter vier Finalisten den Sieg; er war über eine Sekunde schneller als Bärbel Steurer-Collee im Sattel ihres bewährten Holsteiners Quantus. Auf den Plätzen folgten der britische Nationenpreisreiter Christopher Frazer mit Carli und Sven Schlüsselburg, der mit Viceversa de la Roque Anlauf nahm auf den nächsten großen internationalen Einsatz in Bratislava. Dort wird er für Deutschland im Nationenpreisteam stehen.

Jan Müller hat zu seinem Heimatverein Ilsfeld eine besondere Beziehung: Sein Vater gehörte vor 72 Jahren zu den Vereinsgründern und zu den Geburtshelfern des ersten Turniers. Am Wochenende veranstaltete der Reiterverein Ilsfeld das 70. Reitturnier seiner Vereinsgeschäfte. Vereins- und Turnierchef Dieter Melwitz war sichtlich zufrieden und glücklich; das Turnier hatte wieder den Reiterfest-Charakter wie vor Corona, Tausende von Besuchern strömten die Tage über auf das Turniergelände.

Erster Grand Prix-Sieg für FBW Lord of Dance

Auch Ann-Kathrin Lindner identifiziert sich stark mit ihrem Heimatverein. „Es ist wie Nachhausekommen“, strahlte sie nach ihrem Sieg im Grand Prix – es war der erste für ihren zehnjährigen Württemberger FBW Lord of Dance und fiel mit über 70 Punkten überlegen aus, nachdem Vortagessiegerin Martina Steisslinger mit ihrem Favory einen dicken Patzer in den Einerwechseln hinnehmen musste, ebenso wie Landesmeister Timo Kemmerer, der aber seine zwölfjährige Württemberger Stute Sunny Sunday aus der Zucht der Familie Goldschmidt in Hagenbach über Winter gut gefestigt hat. Einer Titelverteidigung steht nichts im Wege.

Ann- Kathrin Lindner hatte auch das Finale der Kleinen Tour mit einem Doppelsieg dominiert: auf dem Württemberger L’Ansamur und dem Westfalen-Hengst Dr. Mops.

Landestrainer Niemann ohne gültigen Pferdepass

Ein Missgeschick des baden-württembergischen Landestrainers Christoph Niemann sorgte am Rande des Ilsfelder Viereckes für Gesprächsstoff und Unverständnis. Der erfahrene Berufsausbilder kam mit seinem Pferd in eine Pferdepass-Kontrolle und konnte den vorgeschriebenen Impfschutz nicht nachweisen.

So bekam er keine Starterlaubnis und musste unverrichteter Dinge wieder abreisen. „Das darf so jemandem nicht passieren“, schüttelten Richter und Turnierleiter verwundert den Kopf. Zuvor hatte er sich lautstark über die Jury beschwert, weil sie bei den sommerlichen Temperaturen keine „Marscherleichterung“ zugelassen hatte (rok/Foto: Doris Matthaes).

 

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