Julia Becker hat wieder „Bock“
Manches ist gleich geblieben, manches ist anders geworden seit 2004. Damals, vor 18 Jahren, war Julia Becker (damals unter ihrem Mädchennamen Julia Beckfeld) die jüngste Siegerin im baden-württembergischen Hallenchampionat in der Stuttgarter Schleyer-Halle. Mit einem solchen Sieg geht man im Land in die Annalen ein. Damals wurde sie vom heutigen Landestrainer Christoph Niemann herausgebracht.
Damals wie heute sitzt sie im Sattel eines kraftvollen Rappen. Auf Victor folgte San Gennaro. Und auch das Siegen hat sie nicht verlernt, heute im Alter von 40 Jahren und als promovierte Vermögensberaterin mit Management-Studium. Das zeigte sie beim Dressurturnier in Eppelheim am Wochenende. Dort war die frühere Landesmeisterin der Jungen Reiter die erfolgreichste Reiterin mit einem Sieg in einer S-Dressur am Samstag und einem zweiten Platz im „St. Georg“ am Sonntag, nur um ein winziges Pünktchen geschlagen von der Pfälzerin Michelle Schulmerig. „Ich muss niemandem mehr etwas beweisen und reite die Turniere, die mir Spaß machen“, beschreibt Julia Becker ihre aktuellen sportlichen Pläne.
Mittlerweile hat sie ihre Pferde in Walldorf untergestellt und wird von Simone Kinzinger trainiert. „Gerade als Amateur, der oft beruflich unterwegs ist, ist es wichtig, eine professionelle Unterstützung zu haben“, beschreibt sie.
Am Samstag hatten die Eppelheimer eine S-Dressur in zwei Abteilungen ausgeschrieben, eine für Profis, die andere für Amateure. Die Profi-Abteilung sicherte sich der Zeuterner Ausbilder Pieter van der Raadt mit dem großen Rappen Baron Bollwerk vor dem aktuellen Dressurreiter-Landesmeister Timo Kemmerer mit Dantes Zazou. Am Sonntag im „St.Georg“ ließ sich van der Raadts Rappe aber zu sehr ablenken, so dass sein Reiter sogar vorzeitig die Prüfung beendete.
Julia Beckfeld will sich in diesem Jahr und offensichtlich in Topform 18 Jahre nach ihrem Sieg im iWest-Cup wieder an dieser wichtigen Serie beteiligen und sich für das Finale in der Stuttgarter Schleyer-Halle qualifizieren. „Da habe ich jetzt noch einmal richtig Bock drauf“, grinst sie.
Die Eppelheimer haben am Wochenende mit einem modern ausgeschriebenen Dressur-Turnier ihre Turnierwochen begonnen. Unter anderem konnten die Reiter in den Prüfungen die Zäumung frei wählen: Trense oder Kandare.
Am kommenden Freitag, 13. Mai, geht es mit Springprüfungen weiter. Im Mittelpunkt steht am Samstag, 14. Mai, um 13 Uhr eine Qualifikation für die baden-württembergischen Amateur-Meisterschaften und am Sonntag, 15. Mai, 15 Uhr ein S-Springen mit Stechen um den Sieg (rok/Foto: Laura Beying)
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