Hubert Schulze-Rückamp lebt nicht mehr
Er war ein echter Hippologe und Pferdemann, eine knorrige deutsche Eiche im bunten Wald der Reiter und Pferdezüchter: Hubert Schulze-Rückamp lebt nicht mehr. Der gebürtige Westfale, der in den 80er-Jahren nach Baden-Württemberg kam, starb nach kurzer schwerer Krankheit in der Nacht zum 2. November im Alter von 73 Jahren. Mit ihm verliert das Land und die Reiterei in der ganzen Republik eine markante Stimme, einen klugen Kopf und einen Typ mit Ecken und Kanten, der nie ein Blatt vor den Mund genommen hat.
Der gelernte Reitlehrer und Pferdezucht-Experte trat im Land im Jahr 1985 in Erscheinung, damals wurde er als Vermarkter des Pferdesportverbandes und Leiter des Vermarktungs- und Ausbildungszentrums in Marbach angestellt. Vier Jahre prägte er dieses Amt, blieb in Erinnerung, so dass man ihn 1999 für eine Übergangslösung erneut verpflichtete.
Sein Leben war der Vermarktung von Pferden gewidmet; an der Schnittmenge zwischen Zucht und Sport gab es kaum größere Experten als „HSR“. Er konnte Abstammungen referieren wie ein Pfarrer die Bibel. Nach der Verbandsaufgabe leitete er selbstständig Ausbildungs- und Vermarktungsbetriebe auf der Schwäbischen Alb, wo er mittlerweile heimisch geworden war. Als Beurteiler und Talentscout junger Pferde war Schulze-Rückamp unerreicht. Einerseits war er Geschäftsmann und Verkäufer mit einer ihm eigenen Penetranz, aber auch ein bedingungsloser Pferdefreund, der schon mal ein Geschäft verweigerte, wenn der Käufer beim Probereiten zu grob agierte, obwohl er gerade mal wieder das Geld dringend gebraucht hätte. Das Pferd ging vor. Hubert Schulze-Rückamp bleibt als „horseman“ unvergessen (rok).
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