Hansi Dreher ist der BW-"Prinz" von Hohenzollern
Ein überragender Hans-Dieter Dreher hat am Freitagabend das BW-Bank-Finale in Bisingen/Hohenzollern gewonnen - es ist der erste Hallentitel für den 49-jährigen Grenzländer bei allen internationalen Erfolgen. Als letzter Starter in der Siegerrunde ritt Dreher im Hexenkessel von Hohenzollern zwei Sekunden schneller als die anderen. Es war sein erster Triumph in dieser Serie; sein Fuchswallach Prinz stand schon einmal vorne. 2017, damals unter Andi Witzemann. Hansi Dreher war in seinem Element, verschenkte kein Hundertstel und siegte hochverdient. Das Reitsportzentrum unter der Hohenzollernburg erwies sich als würdiger Finalstandort anstelle der Schleyer-Halle.
Die Siegerrunde mit engsten Wendungen auf dicke Oxer waren prädestiniert für den ehrgeizigen 13-jährigen Fuchs mit der gewaltigen Spannkraft. Frauenpower im BW-Bank-Cup: Drei Amazonen schafften es beim BW-Bank-Cupfinale am Freitagabend in Bisingen/Hohenzollern unter die ersten fünf: Die Junge Reiterin Lea-Sophia Gut hatte ihren 18-jährigen Franzosen Balam auf den Punkt fit und steuerte ihn auf Rang zwei; es dürfte der bislang größte Erfolg in der Karriere der einst fünffachen Ponylandesmeisterin gewesen sein. Alina Hertwig vom Stall Brünz belegte mit dem gewaltig springenden Lucky Rang drei vor Rebecca Hotz aus Schopfheim mit ihrer Stute Akatie. Konstantin van Damme steuerte den Schimmel Cicharito auf Rang fünf.
Zehn Paare hatten sich für die Siegerrunde qualifiziert: Acht „Nuller“, zwei Reiter mit einer „Vierer-Last“. Mit weiter Weste gehörte auch Timo Beck dazu, der die Chance hatte, seinen siebten Hallentitel einzufahren. Aber seiner großen belgischen Stute Mirabel vd Oudevelhoeve steckte die anstrengende Saison ein bisschen in den Knochen. Es war eine reiterliche Meisterleistung, aber am letzten Sprung fiel die Stange. Es wurde Platz sechs.
In die Siegerrunde hatte es auch Isabell Chiara Schmidt mit ihrer 1,57 Meter großen Call me little Lady geschafft.- für sie ein grandioser Höhepunkt ihrer bislang besten Saison. Auch Thomas Volk mit Limerick rückte als "Vierer" ins Finale vor - wieder einmal bester Amateur im Feld. Am Ende kämpfte er sich sogar auf Rang sieben vor - ein toller Erfolg für den Spediteur aus Gültstein. Adrian Schmid auf Lord Argo und Patrik Majher auf Claude vervollständigten die Platzierung.
Zuerst gab es erstaunte Gesichter, auch bei der Jury, gebildet von Reitmeister Karl-Heinz Streng und Helmut Hartmann. Denn die ersten drei Starter in dem sehr respektablen Zwei-Sterne-Springen blieben im Umlauf ohne Abwurf. Sollte das Springen zu leicht gebaut sein? „Kann nicht sein“, beruhigte Reitmeister Streng. Er hatte den Parcours von Christa und Karl-Georg Jung abgenommen.
Dann erwies sich die Furcht aber als unbegründet. Die Pferde waren gut vorbereitet, der Bisinger Boden federte wie ein Trampolin. Trotzdem passierten Fehler, zum Beispiel bei Landesmeister Günter Treiber mit Curtis oder dem „heimlichen“ Titelverteidiger Sven Speidel mit Dawson – sogar beim Multimeister Michael Jung, der den Zangersheide-Schimmel Zandro de Laubry gesattelt hatte. Er verpasste die Siegerrunde um nur einen Platz. Auch beim Favoriten Andy Witzemann; er musste freilich kurzfristig auf sein Toppferd Cassadero verzichten. Hufgeschwür. Für den neunjährigen Schimmel Cloudy Bay, den der zweifache Hallenchampion eingetauscht hatte, war die Anforderung dann doch zu schwierig (rok/Foto: Doris Matthaes).
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.