Führungswechsel in Avenches
Der heutige Geländetag hat das Klassement der Vielseitigkeits-Europameisterschaft erwartungsgemäß noch einmal durcheinander gewirbelt. Vorab: Das deutsche Team mit Ingrid Klimke, Michael Jung, Andreas Dibowski und Anna Siemer liegt nach wie vor auf dem Silberrang. Auch das britische Damen-Quartett konnte seine Führung, trotz zweier Vorbeiläufer der bis dato Zweitplatzierten Rosalind Canter mit Allstar B, weiterhin behaupten. Bronze verteidigte das französiche Team. Ros Canter sah einen der Gründe für das zweimalige Verweigern an den Hindernissen 28a und 29 vor allem darin, dass ihr großgewachsener Wallach zum Ende des doch recht kurvigen Kurses etwas müde war. Teamkollegin Nicola Wilson übernahm unterdes mit einer blitzsauberen Runde auf der 5800 Meter langen Geländestrecke, die sie auf Dublin in 9.57 Minuten absolvierte, mit ihrem Dressurergebnis von 20,9 Punkte die Führung. Mit 9.56 Minuten waren Michael Jung und sein erst neunjähriger Waterdance xx – Nachkomme fischerWild Wave, trotz der zweimaligen Wahl des längeren Weges, das schnellste Paar im Gelände und der Reitmeister war hörbar stolz auf seine Nachwuchshoffnung: „Ich bin sehr glücklich über fischerWild Wave, er ist sehr geschickt und machte das alles sehr gut, auch wenn es vielleicht noch nicht immer perfekt harmonisch aussah. Er hätte noch einige Minuten weiterlaufen können.“ Dank der fehlerfreien Runde geht Jung mit 23,9 Punkten und damit keinen Springfehler von der Führenden entfernt vom sechsten Platz aus ins morgige Springen. 1,2 Zeitfehler musste hingegen Ingrid Klimke mit Hale Bob auf ihrem Punktekonto verbuchen, was sie die vorläufige Führung kostete. Mit 21,4 Punkten ist der Rückstand der zweitplatzierten Klimke auf Nicola Wilson allerdings hauchdünn und nur wenige Zeitfehler im Parcours können über die Medaillen entscheiden. Ebenfalls mit 1,2 Zeitstrafpunkten kam der momentan Dritte im Klassement, der Franzose Maxime Livio auf Api du Libaire, aus dem Gelände (22,5). Souverän blieb weiterhin auch der deutsche Einzelreiter Christoph Wahler, der im Sattel von Carjatan nichts anbrennen ließ und lediglich mit 0,8 Zeitfehlern über die Ziellinie galoppierte – mit 26,8 Punkten Platz acht für den Leiter des Klosterhofs Medingen vor dem entscheidenden Springen. Einige Plätze nach hinten ging es allerdings für den championatserfahrenen Teamreiter Andreas Dibowski und und seine Contendro-Tochter FRH Corrida – ganze 15,2 Fehler für Zeitüberschreitung brachten die beiden aus dem Gelände mit, was mit 40,8 Punkten aktuell Platz 30 bedeutet. Ein großer Sprung nach vorn, nämlich von Platz 38 auf Platz 15 gelang mit einer sauberen Runde und nur 1,6 Zeitfehlern der vierten Teamreiterin im Bunde Anna Siemer mit Butts Avondale (33,1). Nicht ganz optimal lief es allerdings für den gebürtigen Schwaben Dirk Schrade, der einen Ausbildungsstall im schleswig-holsteinischen Heidmühlen betreibt. Gleich zu Beginn kam es an Sprung 4 c zu einem Vorbeiläufer seines elfjährigen Holsteiners Casino, was inklusive Zeitfehlern 74,1 Punkte und Platz 51 vor dem Springen für den Mannschaftsolympiasieger von 2012 bedeutet. (wentsch/Foto: Lafrentz)
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