Ludwigsburg: Am Monrepos gelingt Kasselmann Großes
Vor gut zwei Jahren hatte Dr. Werner Hildenbrand, Vorsitzender im Reit- und Fahrverein Ludwigsburg, einen Plan. Für das 25. Jubiläum seines Vereins sollte das übliche Grand Prix-Turnier ausgebaut werden. Doch ein starker Partner war dafür notwendig. Ulli Kasselmann, langjähriger Freund von Hildenbrand, kam ihm dafür in den Sinn. Der Unternehmer vom Teutoburger Wald gilt als Vorreiter und zögerte nicht lange. Schnell war klar: Das Team vom Monrepos und Kasselmann machen gemeinsame Sache. Die Idee eines CDI4*-Turniers war geboren. "Als ich dann für genauere Überlegungen zum ersten Mal hier nach Ludwigsburg gekommen bin, war ich sofort begeistert. Dieses Seeschloss bietet die perfekte Kulisse für ein internationales Reitturnier. Nach so einem Austragungsort habe ich lange gesucht!", erzählt Ulli Kasselmann rückblickend. Während andere in Krisenzeiten den Rückzug aus der Turnierlandschaft ankündigten, ging Ulli Kasselmann, der über 15 Turniere im Jahr organisiert, in die Vollen. Mehr und Mehr nahm das Event bei den folgenden Planungen Gestalt an. Doch 2020 bleiben die Pläne nocheinmal in der Schublade. Die Covid-Maßnahmen hatten ein Dressurfest im Kasselmann-Format nicht zugelassen.
Doch der Pferdemann aus Hagen am Teutoburger Wald blieb dran. Das Seeschloß am Monrepos hatte ihn in seinen Bann gezogen. Kasselmann: "Hier passt einfach alles zusammen. Eine Traum-Kulisse, nahegelegende Unterbringungsmöglichkeiten und ein sehr engagiertes Vereinsteam. Das ganze komplett Abzusagen stand nicht zur Debatte." Zwölf Monate übte man sich in Geduld und feilte weiter an den Plänen für die Turnierpremiere. Nun, an diesem Wochenende, zahlt sich das aus. Das internationale Ludwigsburger Dressurfestival feiert Premiere.
"Man merkt von der ersten Sekunde an, dass hier Profis am Werk sind. Alle Wünsche werden erfüllt. Vor dem Schloss zu reiten, das ist schon sehr besonders!", schwärmte der frischgebackene U25-Europameister Raphael Netz schon kurz nach seiner Anreise. Auch U25-Kollegin Ann-Kathrin Lindner istvoll des Lobes: "Solche Top-Turniere gibt es nur ganz wenige. Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir dem Veranstaltungsteam um die Familie Kasselmann unglaublich dankbar dafür sein, dass sie so etwas auf die Beine stellen. Einfach großartig!" Alle sind sich schon an Turniertag eins einig: Das Team Kasselmann und der Reit- und Fahrverein Ludwigsburg haben Großes geschaffen. Unter anderem eine Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal, eine klassische Grand Prix sowie eine Kür-Tour stehen in den nächsten vier Tagen auf dem Programm. Der Nachwuchs geht in den Finals des Pony Masters sowie der Nürnberger Dressur-Junioren-Serie an den Start.
Auf die Frage, ob Ulli Kasselmann das internationale Ludwigsburger Dressurfestival als langfristiges Projekt ansieht, antwortet der Turnier-Chef : "Ganz gewiss! Wenn nichts schwerwiegendes dazwischen kommt, dann hat dieses Event eine große Zukunft vor sich. Wir planen nicht nur fürs nächste Jahr." Die überschaubaren Startefelder bei der Premiere führen die Macher auf die Veranstaltungsdichte der vergangenen Wochen zurück. Auf Tokio folgte die EM in Hagen - auch hier schwärmten alle von Gastgeber Kasselmann - und daraufhin das CHIO Aachen. Neue Reitturniere müssen sich da erst wieder etablieren. "Und um ehrlich zu sein, bin ich gar nicht so traurig darum, dass wir zunächst mit kleineren, aber hochkarätigen Feldern beginnen. So können wir mögliche Schwachstellen noch ausmerzen", sagt Ulli Kasselmann, der von nun an auch in Baden-Württemberg zu den führenden Turnierveranstaltern zählt. (FA)
Foto: Matthaes
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