Steve Guerdat leitet die Zeit nach Olympia mit Sieg im Großen Preis von Donaueschingen ein
Nein, eine Wiedergutmachung ist das für Steve Guerdat nicht, als er heute im Großen Preis von Donaueschingen mit Albführen's Maddox als Sieger über die Ziellinie galoppiert. Wenn einem Olympische Spiele oder ein Championat etwas bedeuten, dann dem Schweizer Spitzenreiter. Keiner lebt diese sportlichen Highlights so sehr wie er. Vermutlich könnte man ihm jedes Geld dieser Welt anbieten gegen Olympiagold - er würde sich für Olympiagold entscheiden. Er arbeitet wie kaum ein andere auf diese Events hin, vor allem auf die Spiele. Dort, wo es nicht um viel Geld, sondern um Medaillen geht. Um das Höchste, was ein Sportler erreichen kann. Steve Guerdat kennt das Gefühl, ganz oben zu stehen. In London, 2012, mit Nino des Buissonnets, da wurde er Einzel-Olympiasieger. Etwas, das für immer bleibt.
Umso enttäuschter war Steve Guerdat, als er am ersten Tag direkt die Qualifikation für das Einzel-Finale in Tokio verpasste. Mit Tränen in den Augen stand er den Journalisten vor Ort Rede und Antwort. Er haderte mit sich. Und auch einige Tage später, mit dem Team, lief es nicht so wie erwartet.
Doch Steve Guerdat weiß auch, dass Zurückblicken nichts bringt. Deswegen sattelte er auch direkt wieder im Donaueschinger Schlosspark, nur wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Japan... und konnte am Schlusstag das machen, was er am liebsten tut: gewinnen. Mit Albführen's maddox, seinem zehnjährigen SWB Hengst aus dem Besitz des Hofgut Albführen, setzte er sich im Stechen mit sieben Teilnehmern am Ende klar durch. Über eine Sekunde nahm er seinem Landsmann Edwin Smits mit Farezzo ab. Das heißt schon was. Platz drei holte sich die bayerische Top-Amazone Jörne Sprehe, die ihre wieselflinke Hot Easy am Start hatte.
Eine Platzierung abes auch noch für Hans-Dieter Dreher und den erst neunjährigen Holsteiner Wallach Elysium. Die beiden hatten zwar einen Fehler, wurden damit aber gute Elfte. Der Schimmel, der seit diesem Jahr unter dem Reiter vom Gestüt Grenzland zu sehen ist, hatte zuletzt auf den Immenhöfen seinen ersten internationalen Sieg mit Dreher eingefahren und scheint ein weiterer Spitzenkandidat für Dreher in großen Prüfungen zu werden.
Mit seinem Baloubet du Rouet-Nachkommen Vestmalle Des Cotis, der in den vergangenen Wochen schon so einige Top-Platzierungen einfahren konnte, trumpfte Dreher ebenso in Donaueschingen auf: Im Finale der Medium Tour über 1,45 m wurden die beiden Zweite hinter David Will und der Württemberger Stute Concordia aus der Zucht und dem Besitz von Klaus Isaak. Der Papa - na klar - ist der bekannte Württemberger Hengst Colorit.
In dem Finale für siebenjährige Pferde setzte sich ebenso David Will durch mit dem KWPN Hengst Junior Kannan, in dem S-Springen für Sechsjährige siegte die Österreicherin Katharina Romberg mit Zarzuela OLD. Nikolaus Leckebusch-Peters steuerte hier die Holsteiner Stute Canadian Club an sechste Stelle, Leonie Krieg wurde mit Qualito's Boy Siebte.
Im Finale der Amateure über 1,40 m verpasste Joachim Durch mit Con-Tico diesmal knapp den Sieg, der an Lothar Grewe mit Levi Lamour ging. (mos)
Foto: Roger Müller
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