Hannah Schleef und ihr Kuschelpferd
Es war ein rasend schnelles Springen am Freitagabend auf den Immenhöfen – und am Ende standen die routinierten Profis ganz vorne. Aber die schönste Runde zeigte die 25-jährige Hannah Schleef vom Stall Deuerer auf Cessarias Crack, ihrem Kuschelpferd.
„Er ist mein absoluter Liebling und ein richtiges Mädchenpferd“, beschreibt die junge Bereiterin den elfjährigen Holsteiner, der in den vergangenen Jahren meistens unter Adrian Schmid zu sehen war. Im internationalen 1.40-Meter-Springen, einer Art Warm-Up der BEMER Riders Tour auf den Immenhöfen in Donaueschingen, zeigte sie eine flüssige Runde, immer vorwärts, immer im Rhythmus, den Sitz immer nah am Pferd – es war ein Bilderbuchritt. Und gar nicht so langsam, dennoch blieb sie mit 70,5 Sekunden fünf Sekunden hinter dem Sieger Hans-Dieter Dreher, der ganz zum Schluss noch den schwäbischen Bulgaren Rossen Raytchev abgefangen hatte. Hansi Dreher setzt auf den belgischen Hengst Curtis Sitte große Hoffnungen – vielleicht ist ja doch nochmal ein Platz im Championatskader drin. Racytchev wurde mit dem großen Württemberger Cyriac aus der Zucht von Thomas Ruepp Zweiter.
Hinter Dietmar Guglers „Jockey“ Mathias Norheden Johansen mit Feodina belegte der Mannheimer Armin Schäfer auf dem Schimmelhengst Coeur d’Or Rang vier vor Pia Reich mit ihrem Lieblingspferd Portofino. Interessant: Neben Cessarias Crack blieben zwei weitere Pferde aus dem Bruchsaler Stall Deuerer ohne Abwurf und „im Geld“: Der gewaltig springende Holsteiner Casiletti, einer der letzten direkten Söhne des Cassini I, unter dem Bayern Soenke Kohrock und Barcelona von Aarhof unter Adrian Schmid. Die „Chefin“ selbst, Landesmeisterin Tina Deuerer, musste im Sattel von Clarima einen Abwurf hinnehmen.
Aus Landessicht lieferten noch einige Reiter eine gute Leistung auf internationaler „Piste“ ab, blieben „null“, konnten oder wollten bei dem Höllentempo aber nicht mithalten: Luisa Meidinger aus Lahr auf Quinta, Marcel Marschall auf Cartoon, Nicola Strube aus Aach mit Conquestador, Barbara Steurer-Collee mit Casello und Niklas Krieg mit Quarter Past (rok/Foto von Hanna Schleef: Doris Matthaes)
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