Weilheim: Die Amateure sind zurück
Nach genau acht Monaten ist es an diesem Wochenende soweit: Die Amateure melden sich zurück auf den Turnierplätzen in Baden-Württemberg. Dort, wo im Oktober 2020 zuletzt Amateure an den Start gehen konnten, feiern sie nun auch ihr Comeback. Das Veranstaltungsteam in Weilheim geht einmal mehr voran. Nachdem Heike Glück, 1.Vorsitzende im Reitverein vor Ort, und LK-Chef Frank Reutter vor Pfingsten schon einmal beim Ordnungsamt angeklopft hatten - bei einer Inzidenz von über 100 erhielten sie damals noch eine Abfuhr - versuchten die Motoren des Weilheimer Turniers ihr Glück einige Wochen später bei sinkenden Corona-Zahlen erneut. Dieses Mal bekamen sie das gewünschte "Go", die Veranstaltung Anfang Juni wurde für Amateure ohne Zuschauer zugelassen. "Die bis zu diesem Zeitpunkt geltende Corona-Verordnung war für den Amateursport nicht eindeutig. Durch diesen Grau-Bereich musste man auf das Entgegenkommen des jeweiligen Ordnungsamtes hoffen", so Frank Reutter heute am Rande der Turniertage. Die Landeskommission, aber auch die Regionalverbände, hatten zuvor nichts unversucht gelassen, um die Amateure den Turniersport betreffend wieder an Bord zu bekommen. Zahlreiche Briefe an das Sozial- und Landwirtschaftsministerium, genau wie an die Landesregierung direkt, blieben zwar nicht unbeantwortet - bewirkt hatte es dennoch nur wenig. Reutter: "Ein offener Austausch und Dialog hat nicht stattgefunden. Das und eine Differenzierung zwischen den Sportarten wäre aber dringend notwendig gewesen."
Dennoch: Der Teil der Pandemie, in der Turnierreiten nur für die privilegierten Kader- und Berufsreiter möglich war, scheint hinter uns zu liegen. In Weilheim machte nun die Runde: Ab Montag sind überall in Baden-Württemberg durch weiter gesunkene Inzidenzwerte Amateur-Turniere möglich, sogar mit begrenzter Zuschauerzahl. "Das sind sehr gute Nachrichten. Es wird höchste Zeit, dass unsere Amateure wieder zum Zug kommen", so Reutter, dessen Heimatverein am Sonntag für diejenigen einen extra Turniertag ausgeschrieben hat, die von der Amateursperre zuletzt besonders betroffen waren: die Junioren im Land.
Mit wem man in Weilheim am heutigen Tag auch spricht, der gemeinsame Tenor ist eindeutig: Die Rückkehr der Amateur ist längst überfällig und für den gesamten Pferdesport überlebenswichtig. Regionaltrainer Holger Schulze, der zur Turnierbetreuung in Weilheim ist, sieht es so: "Die Kinder und Jugendlichen haben sich für Sport- und eben nicht für Freizeitreiterei entschieden. Jetzt haben sie endlich wieder Ziele und wissen, wofür sie Tag für Tag trainieren." Diese Meinung teilt auch Claudia Deyle, die seit 27 Jahren Meldestellen betreut und zu den Turnierfachleuten zählt: "Der Reitsport ist nicht eindeutig zwischen Profi- und Amateur zu unterscheiden, wie das bei anderen Sportarten der Fall ist. Wir brauchen uns gegenseitig, nur dann steht das Gesamtkonstrukt stabil".
Euphorisch gehen zahlreiche Teilnehmer aus den Kreisen Stuttgart-Esslingen und Staufen/ Fils seit Donnerstagnachmittag in Weilheim an den Start. "Man spürt, wie hochmotiviert die Reiter nach der langen Durststrecke sind. Das macht Freude zu sehen, auch für uns am Richtertisch", erklärte Richtern Heidi Lebherz auf Nachfrage des Reiterjournals.
Ab Montag soll also wieder überall im Ländle die Möglichkeit für offene Ausschreibungen geboten sein. Frank Reutter hofft auf die Veranstalter hierzulande, so dass Amateure auf einem Turnierplatz in Baden-Württemberg schon bald keine Seltenheit mehr darstellen. (FA)
Ausführlicher Bericht aus Weilheim in der nächsten Ausgabe des Reiterjournals.
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