Marbach CCI4*: Michi macht´s möglich
Dass ein Michael Jung immer für eine Überraschung gut ist, dass ein Michael Jung Nerven aus Drahtseilen hat und sich im richtigen Moment voll konzentrieren kann, ist bekannt. All das hat der Multichampion aus Altheim heute im Gelände der Marbacher Vier-Sterne-Prüfung mit seinem Olympiakandidaten fischerChipmunk einmal mehr bewiesen. Doch zunächst zurück zum Beginn des Tages: Bereits um kurz vor neun Uhr zeigte das Thermometer 16 Grad an, ein sommerlicher Muttertag stand in den Startlöchern, ebenso wie um 9.30 Uhr der erste Reiter der, wetterbedingt, auf den heutigen Sonntag verlegten, CCI4*-Prüfung. Schließlich hatte es an den Vortagen immer wieder heftig geregnet und teilweise sogar geschneit. Nach den ersten Paaren war schnell klar, der Boden hält, vor allem auch weil der fleissige Bautrupp stets im Einsatz war und für beste Bedingungen sorgte!" Ich bin sehr stolz auf unser Team, das die Strecke trotz aller Widrigkeiten so toll präpiert hat. Auch unser Parcourschef Rüdiger Schwarz sagt, dass wir den besten Bautrupp haben, den es gibt. Das kann ich voll unterschreiben", so die, sichtlich zufriedene, sportliche Leiterin des Turniers, Iris Goedicke-Ruggaber. Doch zurück zum sportlichen Geschehen, das den Spannungsbogen am letzten Tag der internationalen Marbacher Vielseitigkeit 2021 noch einmal ordentlich dehnte. Vor dem Gelände hatte die Schwedin Katrin Norling mit ihrem KWPN-Wallach Fernando-Ukato und 26,6 Punkten aus Dressur und Springen noch in Führung gelegen. Im Cross kamen dann jedoch 14,8 Punkte dazu, was am Ende Platz 20 bedeutete. Die zweite Reiterin, die beste Möglichkeiten auf den Sieg hatte, war die Weltmeisterin von 2014, Sandra Auffarth aus dem niedersächsischen Ganderkesee. Sie ging auf ihrem flinken Diamant de Semilly-Nachkommen Viamant du Matz als 37. Starterin von Platz zwei aus auf die Strecke und bewies im hügeligen Marbacher Gelände, ihr Können. Nach den technischen Anforderungen immer wieder die gut zu galoppierenden Strecken nutzend, kam sie mit lediglich zwei Zeitfehlern ins Ziel und es blieb mit 28,7 Punkten beim zweiten Platz. Nachdem er bereits zwei Pferde durch den Kurs pilotiert hatte, ging schließlich Michael Jung mit fischerChipmunk ins Rennen gegen die Zeit, die, wie so oft in Marbach, das Zünglein an der Waage war. Lediglich 1,2 Sekunden über die Bestzeit durften sich die beiden bei ihrem bisherigen Ergebnis von 27,7 und Platz fünf nach Dressur und Springen erlauben, um den Sieg klar zu machen. Spätestens bei den ersten Zwischenzeiten war dann klar, dass Michael Jung nichts anbrennen lässt. Als einer von nur zwei Reitern des gesamten Starterfeldes knackte er mit 6,25 Minuten die Bestzeit und sicherte sich, nach dem Erfolg in Mannheim im Springsattel am vergangenen Wochenende, nun auch den Sieg im CCI4* von Marbach. Ebenfalls in der Zeit blieb Lea Siegl aus Österreich, sie wurde im Sattel ihres DSP Fighting Line mit einem Dressurergebnis von 29,9 Punkten Dritte. Mit fischerWild Wave, der im Gelände ebenfalls sensationell ablieferte, unterlief Jung übrigens ein Faux Pas, er vergaß einen Sprung was zum Ausschluss führte. Ärgerlich, aber auch eine Ausnahmereiter, frisch gebackener Papa und Ehemann, darf schließlich ab und zu einen Fehler machen. (wentsch/Foto: Frank Heinen- Michael Jung fischerChipmunk)
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