Bundeschampionate: Katrin Burger über ihre Erfahrungen vor Ort
Katrin Burger gehört zweifelsohne zu den größten Jungpferdespezialisten des Ländles. Seit mehr als 25 Jahren bringt die Ausbilderin, die mittlerweile mit ihren Pferden auf dem Erdbeerhof in Gondelsheim beheimatet ist, talentierte Nachwuchspferde auf das Bundeschampionat. Unvergessen bleiben die vielen Schärpen, die Burger in ihrer Laufbahn bereits auf Landes- oder Bundesebene sammelte oder gar auf internationalem Parkett bei den Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde.
Auch in diesem besonderen Jahr reiste Katrin Burger mit einem vielversprechenden Youngster nach Warendorf. Doch dieses Mal ist alles anders: Aufgrund der aktuell grassierenden Corona-Pandemie sind vor Ort keine Zuschauer auf den Championaten erlaubt. Abreite- und Prüfungsplätze wurden näher zusammengelegt und auf dem Sandplatz der Burandtwiese, der sonst als Schauplatz für die Entscheidungen im Parcours dient, finden nun die Entscheidungen der fünf- und sechsjährigen Dressurpferde statt. Nach den ersten Tagen vor Ort zieht die championatserprobte Katrin Burger ein positives Resümee: „Für die jungen Pferde sind die Plätze in diesem Jahr viel einfacher. An Abreite- und Prüfungsplatz herrscht viel mehr Ruhe. Man hört nicht mehr jede Kaffee-Tasse klappern.“ Außerdem positiv bewertet Burger die Nähe von Prüfungs- zu Abreiteplatz. „Normalerweise müssen die jungen Dressurpferde vom hektischen Abreiteplatz, mitten durch die Menschenmenge in den vollbesetzten Hexenkessel. Jetzt können sie sich an die Umgebung gewöhnen und bleiben in der Nähe der anderen Pferde.“
Trotzdem gilt: „Wer hier vorne mit dabei sein möchte, muss an Tag X seine Bestleistung abrufen können. Daran hat sich nichts geändert!“ Für das diesjährige Bundeschampionat hatte Katrin Burger den DSP-Hengst FBW First Date aus dem Besitz der Züchterin Martha-Rose Kullen in der Konkurrenz der Sechsjährigen gesattelt. In der Einlaufprüfung unterliefen dem Nachkommen des For Romance I einige Fehler. Der imposante Rapphengst war nicht ganz bei der Sache, war nach Aussage seiner Reiterin bereits auf dem Abreiteplatz etwas zu griffig und kam im Viereck nicht zur gewünschten Losgelassenheit. Im kleinen Finale steigerte sich FBW First Date nochmal, die Richter vergaben eine 8 für den Trab und eine 8,5 für den Schritt. Die Galoppnote wurde durch ein Umspringen in der Verstärkung gedrückt. Am Ende schlug eine Endnote von 7,7 zu Buche, was mit Platz neun im kleinen Finale belohnt wurde. Burger glaubt weiter fest an den Hengst aus der Landeszucht. Nach dem Anreiten bei Christian Harscher wechselte First Date in den Beritt von Katrin Burger. Er gehörte zu den ersten Pferden die damals mit auf den Erdbeerhof der Familie Deuerer einzogen. Dreijährig trabte der Rappe zum Süddeutschen Vize-Titel, ein Jahr später wurde er Landeschampion in Tübingen. 2019 verletzte sich First Date im Nördlinger Stallzelt, fiel für einige Monate aus. Umso glücklicher war Burger, als sie den DSP-Hengst Anfang des Jahres wieder mit nach Pforzheim aufs Turnier nehmen konnte. „Ein Glück! Ich konnte alle Pferde vor dem Lockdown nochmal mit auf’s Turnier nehmen und dann die Pause zum Weiterarbeiten nutzen.“
Nach dem Lockdown folgten für den Youngster Prüfungen in Kronberg und Marbach. In Donzdorf dann der nächste Titelgewinn im Landeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde. First Date entwickelte sich über das Jahr stetig weiter, zeigt mittlerweile konstant Leistung. In Warendorf fehlte das letzte Quäntchen Glück, was die Qualität des Pferdes nicht schmälert. „Jedes Pferd, dass sich für die Bundeschampionate qualifiziert hat, hat auch seine Berechtigung hier zu sein.“ Kritik, dass die jungen Pferde in diesem Jahr zu wenig Turnierroutine für ein Championat dieser Größe hätten, kann Burger nicht nachvollziehen. „Mit einer bestandenen Qualifikation hat jedes Pferd bereits sein Talent bewiesen und auch gezeigt, dass es den Anforderungen gewachsen ist. Wer hier vorne mitmischt, setzt seine jungen Pferde auch sonst gezielt ein.“ (akb)
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