Bundeschampionate: Ulrike Steeb erfüllt sich einen Lebenstraum
Im Jahr 2010 begann Ulrike Steeb das Züchten. Die Pferde stehen seit jeher auf Gestüt Birkhof in Donzdorf. Damals war sie „Wald- und Wiesenreiter“ wie die sympathische Blondine selbst sagt, wollte eigentlich gar keine Turniere reiten. Birkhof-Chef Thomas Casper war damals der Motor und motivierte Steeb im Turniersport Fuß zu fassen. Bis M-Springen ging Steeb erfolgreich mit ihrer selbstgezogenen Chamiro-Tochter Cosma. 2014 zog Steeb, die hauptberuflich als Prokuristin bei EnGarde Marketing arbeitet, den Halbbruder zu Cosma, Quobelix. Den kleinen und „muckeligen“ Sohn des Quinto’s Chamb ritt die Amazone aus Schwäbisch Gmünd selbst an, ritt ihn erfolgreich in der PSA-Tour als Vierjährigen. Fünfjährig gewann der Braune mit dem großen Kämpferherz Springpferdeprüfungen mit Wertnoten weit über 8. Sechsjährig fasste sich Ulrike Steeb ein Herz, versuchte in Königsbrunn die Qualifikation zum Bundeschampionat. „Das Bundeschampionat ist für mich die absolute Königsklasse!“ erzählt Steeb im Gespräch mit dem Reiterjournal. „Ein Start beim Bundeschampionat, noch mit einem selbstgezogenen Pferd, ist ein Lebenstraum.“ – den sich die bodenständige Springreiterin nun erfüllt. Quobelix schaffte die magische 8,0 in Königsbrunn, der Weg war frei. Doch die Unsicherheit war erst mal groß. EnGarde-Kollegin Lisa Bergmann gab den nötigen „Tritt“: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Und Reitmeister Kalli Streng, den Steeb über die Richterei auf den großen Turnieren gut kennt, ergänzte: „Jetzt reite doch mal mit! Dann hast du einen Einblick auf die andere Seite und kannst fundiert mitreden.“ Recht hat er ja.
Zusammen mit Steebs Heimtrainerin Tabea Lausenmeyer wurde das „Abenteuer Warendorf“ immer konkreter. Mit der Nennung wartete Steeb dennoch bis zum letzten Tag. In Killingen sollte der letzte Test sein. Wenn es hier gut laufen sollte, traute sie sich. „Dort wollte ich auch mein erstes M**-Springen gehen. Das war aber leider für LK3 ausgeschrieben – und ich hab‘ doch nur LK4.“ lacht Steeb. Das M**-Springen heute in Warendorf war ihr erstes dieser Art. Vor den Parcours der Bundeschampionate hat sie großen Respekt. Vor allem ihre Nerven werden auf eine harte Probe gestellt. Am ersten Tag startete Steeb vielversprechend in die erste Runde bei den Sechsjährigen, doch zum Ende hin wurde der Druck zu groß und Fehler passierten. „Ich habe einfach zu wenig Turnierroutine. Hier reiten Profis, die an einem Tag mehr Prüfungen reiten, als ich die ganze Saison.“ gibt Steeb zu. Hinzu kommt der erhöhte Druck durch ihre Position bei EnGarde Marketing. Viele kennen sie durch ihren Beruf. „Es ist schön zu wissen, dass mir hier so viele die Daumen drücken, aber leichter macht es das für meine Nerven nicht!“ schmunzelt Steeb. Fest steht allerdings, dass sie sich mit ihrer Teilnahme an den Bundeschampionaten einen Lebenstraum als Züchterin und Ausbilderin erfüllt hat. Sie lebt für das Ausbilden junger Pferde. Man merkt richtig, wie ihr das Herz aufgeht, wenn sie über die Entwicklung ihres Quobelix, der mittlerweile stolz das Prädikat FBW vor seinem Namen trägt, spricht. „Egal wie es heute läuft, diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Man sagt doch so schön – Wer nicht wagt, der nicht …“ (akb)
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