Sabine Dörr: "Wir werden uns auf die Sicherheitsmaßnahmen einlassen müssen!"
Das Reutlinger Unternehmen tisoware bietet schon länger technische Lösungen auch für den Reitsport. Wir sprachen mit Geschäftsführerin Sabine Dörr über die aktuellen Möglichkeiten in der Corona-Pandemie.
Es herrschen Ausnahmezeiten. Auch für Sie bei tisoware?
In der Tat geht auch an uns Corona nicht spurlos vorbei. Schon immer waren wir vielseitig mit unserem Angebot und schauen dabei auch über den Tellerrand – deshalb hatten wir jetzt für unsere Kunden die passenden Anwendungen sofort parat: Der Arbeitnehmer sollte soweit möglich sicher und geschützt von zu Hause agieren können, die Arbeitszeiterfassung im Home-Office sollte zudem transparent und einfach sein sowie alle Daten liefern, die vom Unternehmen und der Personalabteilung benötigt werden. Der Mitarbeiter kann die Daten direkt von seinem PC, einem Smartphone oder Tablet erfassen. Weitere Komfortfunktionen lassen sich jederzeit ergänzen, beispielsweise digitale Urlaubsanträge, Projektangaben, Zeitnachweise oder Auswertungen für den einzelnen Mitarbeiter oder das Management.
Egal wie groß das Unternehmen ist und unabhängig, ob in der Firma, mobil unterwegs oder im home office oder in Kurzarbeit agiert wird, wichtig ist es für Unternehmen aller Branchen und Mitarbeitende in Corona-Zeiten, vor allem bei Zeiterfassung, Personaleinsatzplanung, Zutrittssicherung und in der Fertigung passgenau zu handeln.
Corona bringt auch bei tisoware Veränderungen zu Tage: Wir haben in Besprechungsräumen Arbeitsplätze eingerichtet, flexible Arbeitszeitmodelle gibt’s für alle schon immer, kurzfristig eingerichtete Schichtmodelle helfen bei der Kombination von Berufsalltag und home-schooling, Masken und Hygieneregelungen für alle sind zudem ein weiterer Baustein, die Ausnahmesituation gut zu meistern. Unsere Software-Berater haben sich zügig um die Unterstützung der Kunden gekümmert, die Parameter für die Kurzarbeitsbewertung einzurichten und Lösungswege für ein geeignetes Besuchermanagement aufzuzeigen. Viele unserer Mitarbeiter sind derzeit vom home-office aus remote oder in Videokonferenzen für die Kunden aktiv; Reisetätigkeiten in der DACH-Region wurden von jetzt auf sofort eingestellt, da Kunden ihre Betriebe schlossen bzw. keine Besucher mehr empfangen durften. Trotz voller Auftragsbücher wurde auch bei tisoware Ende April 2020 die Einführung von Kurzarbeit in Teilbereichen erforderlich. Wir handeln dabei im Sinne der Vorgaben und vor allem der Gesundheiterhaltung unserer Mitarbeiter und der Sicherung aller Arbeitsplätze.
Wir kennen Ihr Unternehmen in Reutlingen schon lange als Partner für den Reitsport. Immer wieder kommen Sie mit cleveren Lösungen auf den Markt. Auch jetzt ist Ihnen etwas eingefallen, was es Veranstaltern in Corona-Zeiten leichter machen könnte. Erzählen Sie mal…
Ja, wir verbinden unsere Expertise im Bereich der Zutritts- und Videolösungen mit den Notwendigkeiten rund um Corona-Schutzmaßnahmen. Deshalb haben wir unsere Anwendungen für das Besuchermanagement auch auf die Anforderungen von Turnierveranstaltern gecheckt und können das Spektrum dafür vom Ausweis- und Besuchermanagement über die Parkplatzverwaltung, dem integrierten Schließplan mit Schlüsselverwaltung bis hin zur Videoüberwachung und –analyse dauerhaft installiert oder interimsnutzbar anbieten. Zutritts- und Videolösungen für Reitbetriebe sind gut denkbar bei Stallzufahrten, Stallzelten, Schutz der Sattel- und Futterkammern und dienen generell der Sicherung des Stallbetriebes vor Fremden und Diebstahl.
Das Thema Videoüberwachung und –analyse, egal ob fest verbaut oder mobil, ist eine hervorragende Ergänzung.
Ganz neu bieten wir jetzt auch noch die Körpertemperaturmessung in Zusammenhang mit unseren Lösungen an.
Als Generalunternehmer ist tisoware Ansprechpartner für alle relevanten Fragen rund um das Thema Sicherheit, wir implementieren unsere Softwarelösungen wie auch die Hardware und bieten damit für unsere Kunden modulare Systeme aus einer Hand. Das umfasst alle Komponenten der mechanischen, mechatronischen sowie elektronischen Zutrittskontrolle, ebenso die Handvenenerkennung für Hochsicherheitsbereiche und vom elektronischen Schlüsselkasten bis hin zur Videoüberwachung und –analyse.
Für wen eignet sich Ihr Angebot?
Wir sehen in Krisenzeiten im Besonderen einen erhöhten Bedarf an Sicherheits-Lösungen für Unternehmen‚ Turnierveranstalter, Reitbetriebe und sonstige Betriebe, die Mitarbeiter, Sachwerte oder auch Immobilien und Gelände schützen wollen.
Beim Ausweis- und Besuchermanagement haben wir sowohl die Zutrittsberechtigung wie auch Nachverfolgbarkeit in den Fokus der Auswertungen gestellt. Neu hinzu kommt noch die Körpertemperaturmessung.
In ganzheitlichen Lösungen sehen wir große Nachfrage bei unseren Zielgruppen. Nicht erst seit der Einführung der DSGVO, sondern auch wegen der fortschreitenden Digitalisierung und den zunehmenden Sicherheitsbedürfnissen sehen wir Chancen für unsere Kunden, mit Hilfe unserer Lösungen deren Prozesse weiter zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. Das gilt unseres Erachtens auch für Turnierveranstalter. Seit Jahren schaffen wir dafür passende Lösung und beraten, implementieren und schulen vor Ort mit derzeit 165 Beschäftigten bundesweit.
Wenn Sie mal in die Zukunft schauen: Was wird sich in der Zeit nach Corona ändern? Werden Turniere andere sein als früher?
Für die nächste Zeit werden wir uns trotz Lockerungen auf die Sicherheitsmaßnahmen überall und natürlich bei den wenigen durchzuführenden Freilandturnieren einlassen müssen. Die dabei gesammelten Erfahrungen werden bei Turnierveranstaltungen in die Hallensaison zu übertragen sein –die Herausforderungen für Beides sind weiterhin groß und mit viel Engagement, Organisationstalent und Verständnis verbunden.
Sehen wir die Situation als Chance, Weichen für die Zukunft zu stellen, damit wir alle bald wieder Reitsport gemeinsam erleben, Turnierluft schnuppern und Turnierleben gestalten können.
Auch wir können leider in der Glaskugel die Zukunft der Turniere nicht erkennen – wichtig wäre jedoch, wenn es politischen Einklang bei den Regelungen für Profi- und Amateursportler und bald landesweit Planungssicherheit gibt.
Allen Vier- und Zweibeinern wünsche ich, dass sie persönlich und wirtschaftlich gesund sowie corona-resistent bleiben.
Das Gespräch führte Monika Schaaf.
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