Young Shik Hwang: Der Landesmeister geht neue Wege
Als Young Shik Hwang nach zwei Siegen bei den Asien Games vor drei Jahren in Südkorea seine Koffer packte und auf der Alb im Stall von Martin Schaudt seine Zelte aufschlug, da hatte er einen Traum. Jenen, sein Heimatland bei den Olympischen Spielen in Tokio zu vertreten. Zu seinem Wegbegleiter wurde neben Schaudt dessen erfahrener Hannoveraner-Wallach Despino. Ein Leasingvertrag sicherte Hwang den De Niro-Sohn bis zum Erlöschen des olympischen Feuers. Der einstige Inter I-Reiter reifte unter Martin Schaudts Fittichen zum Grand Prix-Sieger. Zwei Mal stand Hwang bei den Landesmeisterschaften von Schutterwald ganz oben auf dem Treppchen, internationale Erfolge in Hagen, Cappeln und Donaueschingen folgten. Die Hürde, zwei Mal über 66 Prozent in einem Grand Prix auf internationalem Parkett abzuliefern, um den Einzelstartplatz eines südkoreanischen Reiters bei den Olympischen Spielen zu sichern, nahmen Despino und Hwang erfolgreich. Olympia war zum Greifen nah.
Doch jetzt die überraschende Wende: Hwang schlägt neue Wege ein. Nach der Verschiebung der olympischen Wettkämpfe ging auf dem Weg Richtung Tokio die Motivation verloren. "Young Shik Hwang ist nicht mehr bei uns. Er möchte sich nun als Trainer verwirklichen", erzählte Schaudt Reiterjournal-Redakteur Florian Adam am gestrigen Tag auf seiner Anlage in Albstadt. An die Westfälische Reitschule Münster hat es den Südkoreaner verschlagen. Der Traum von Tokio ist damit vorerst geplatzt. Für seinen Lehrmeister unverständlich.
Schaudt: "Ich bin schon sehr erstaunt, was da passiert. Auch wenn ich die genauen Hintergründe nicht kenne. Unsereins würde sein letztes Hemd für einen Start bei Olympia geben. Doch die Aussage "we changed the plan" bekommt man bei asiatischen Reitern leider häufiger zu hören." Despino, dem Hwang seine größten Erfolge zu verdanken hat, bleibt bei Martin Schaudt auf der Alb. Statt Olympia steht nun die Rente in Aussicht - wohlverdient. (FA)
Foto: D. Matthaes
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