Nachruf auf Wolfgang Koppensteiner
Wolfgang Koppensteiner, erfolgreicher Unternehmer und Springreiter, engagierter Springsport-Mäzen mit eigenen Pferden, als Schatzmeister viele Jahre Vorstandsmitglied und Mäzen der Tübinger Reitgesellschaft (TRG), von 2011 bis 2015 auch Vorsitzender des "Vereins zur Förderung des Reitsports mit Baden-Württemberger Pferden" (FBW), , ist am 27. April bei einer Tour mit seinem Pedelec in den Schönbuch bei Breitenbuch tödlich verunglückt. Drei Wochen zuvor, am 11. April, hatte er noch seinen 80. Geburtstag gefeiert. Bis zu einer Rückenverletzung war er ein engagierter Springreiter und später ein ebenso begeisterter Radfahrer. In beiden Disziplinen stellte er stets hohe Anforderungen an sich selbst.
Die Tübinger Reitgesellschaft hat Wolfgang Koppensteiner seit ihrem Umzug auf die 1962 eingeweihte neue Reitanlage auf den Waldhäusern viel zu verdanken. Sein Vater war einst stellvertretender Vorsitzender, zwei seine Brüder waren TRG-Mitglieder. Im Zusammenwirken von Wolfgang Koppensteiner, der 1964 TRG-Schatzmeister wurde, mit Markus Diebold, Klaus Henig und anderen sowie den jeweiligen Vorsitzenden entstanden u.a. die große Reithalle, der große Springplatz, auf dem 1978 die Deutschen Juniorenmeisterschaften und später auch Landesmeisterschaften ausgetragen wurden, sowie ein moderner Dressurplatz. Zusammen mit Klaus Kellhammer hatte Wolfgang Koppensteiner auch großen Anteil Auch an der Integration des Landeschampionats in die Tübinger Turniere.
Für die Übernahme des FBW-Vorsitzes 2011 als Nachfolger von Gerd Sickinger sind auch die Württemberger Züchter und Reiter Wolfgang Koppensteiner zu Dank verpflichtet. Bei einer Delegiertenversammlung der Baden-Württemberger Pferdezüchter führte er als neuer FBW-Vorsitzender bei der Vorstellung seines Programms und des von ihm neu entwickelten Flyers u. a. aus: „Ich will etwas für die Württemberger, deren Züchter und Reiter bewegen. Ich will auch „den ambitionierten Mittelbau der Reiter“ für die Pferde aus der Landezucht interessieren, nicht nur die Spitzenreiter. Die Teilnahme an den Bundeschampionaten in Warendorf soll nicht mehr ausschließliches Ziel der Förderung sein. Der FBW soll auch erfolgreiche FBW-Pferde bei Prüfungen mit Sonderehrenpreisen unterstützen, etwa im Finale des „Gert-Gussmann-Cups“ für vierjährige Springpferde.“ Als erfolgreicher Unternehmer und TRG-Schatzmeister rechnete er damals vor, dass der FBW-Jahresbeitrag im Monat nur vier Euro betrage. Das sei weniger, als damals für ein gutes Viertel Wein zu bezahlen sei.
Im Januar 2018 konnte Wolfgang Koppensteiner den Springreiter Andy Witzemann als „Jockey“ seiner Pferde gewinnen. Seitdem standen fünf seiner Pferde in dessen Stall in Winterlingen. Darunter Cassadero, der Sieger im BW Bank-Championat 2018, FBW Casallino und Crash, die 2019 beide S-Sieger wurden, der siebenjährige Calling Berlin, der erfolgreich in Youngster-Tour ging, sowie ein fünfjähriges Nachwuchstalent.
Andy Witzemann und Wolfgang Koppensteiner waren freundschaftlich verbunden. Die Nachricht vom tödlichen Unfall war für Familie Witzemann ein Schock. Noch vor wenigen Tagen war Wolfgang Koppensteiner bei seinen Pferden, „gesund und munter wie immer und begierig darauf, dass es mit den Turnieren wieder losgeht“. Gegenüber dem Reiterjournal hatte Wolfgang Koppensteiner den Inhaber des bekannten Springstalls auf der Schwäbischen Alb „als den besten Reiter beschrieben, den seine Pferde je hatten“.
Die Firma Koppensteiner Furniere, die 1962 in Wannweil als Familienunternehmen gegründet wurde und 2010 in dritter Generation von einer Tochter von Wolfgang Koppensteiner übernommen worden war, wird im 55. Jahr ihres Bestehens in den USA mit über 200 Mitarbeitern weitergeführt. (heo/FA)
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