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Freitag, 31.01.2020 um 20:43

„Zum Dressurreiten muss ich mich zwingen“

Sönke Aldinger spricht im Reiterjournal-Interview über das Goldene Reitabzeichen und seine Freundschaft mit Andreas Brünz

 

Von Roland Kern

 

Am Samstagabend wird Sönke Aldinger im Rahmen der Baden-Classics von Offenburg sein Goldenes Reitabzeichen verliehen bekommen. Die Bedingungen erfüllte der 23-jährige Pferdewirt schon im September 2018, damals mit einem Zwei-Sterne-Sieg in Durmersheim bei Rastatt – die jetzt elfjährige Oldenburger Stute Marie-Luise ist das Pferd, das für diese Erfolge steht. Aber Marie-Luise wird brav im Stall stehen, wenn Helmut Hartmann das Abzeichen überreicht.

 

Diese Ehrung ohne Marie-Luise, schade, oder?

Ja, aber es ist in ihrem Sinne. Sie ist immer so aufgeregt und nervös. Schon die Siegerehrungen sind schwierig, da kommt sie leicht in Stress. Es ist besser, wenn ich zur Verleihung ein anderes Pferd reite.

 

Aber wer ist bei Dir, wer reitet mit Dir ein?

In jedem Fall Timo Beck.

 

Der sechsfache Hallenchampion war der Ausbilder des jungen  Aldinger in seinem Stall in Kehl in der Ortenau.

 

War Timo Beck Dein bislang wichtigster Trainer?

In jedem Fall. Bis heute ist auch eine Freundschaft geblieben. Er bleibt mein Vorbild.

 

Dein entscheidender Sieg liegt zwei Jahre zurück, warum gibt es das Goldene hier in Offenburg?

Die Entscheidung ist damals gefallen, als ich noch bei Timo war. Ich wollte ein Turnier in der Nähe. Und die Baden-Classics sind das Top-Turnier der Region.

 

Was bedeutet Dir das Goldene Reitabzeichen?

Es ist absolut ein Meilenstein in der Karriere jedes Reiters. Ich weiß noch gut, wie spannend das war, weil ich viele Ein-Sterne-Springen gewonnen hatte, aber das Zwei-Sterne-Springen fehlte.

 

Lass uns über Marie-Luise reden, Ihr seid ein Team?

Absolut, ich habe sie im Alter von sieben Jahren bekommen, da ging sie L-Springen. Sie war schon immer speziell. Das Reitgefühl ist ganz besonders. Sie ist so schmal und so flink, eher wie ein Reh.

 

Hast Du gedacht, dass sie einmal über 1.50 Meter springen kann?

Nein, erst nicht, aber sie hat sich enorm entwickelt. Vor allem hat sie ein Kämpferherz, das ersetzt zehn Zentimeter Stockmaß.

 

Sie ist wirklich nur 1.56 Meter groß?

(lacht) Das stimmt nicht. 1.57 Meter mit Eisen!

 

Du magst Stuten?

Ja das stimmt. Schon mein erstes Pferd nach der Ponyreiter-Zeit war eine Stute, das war Bella S aus dem Stall Steurer-Collee. Sie war zu Marie-Luise ganz ähnlich. Stuten bekomme ich gut auf meine Seite.

 

Du arbeitest als Bereiter am Stall Brünz in Waldachtal- Salzstetten, fühlst Du Dich wohl?

Und wie! Da passt alles. Andreas Brünz ist ein guter Freund geworden, ich schätze aber auch seine Art, wie er gewissenhaft und konsequent mit seinen Pferden trainiert. Ich lerne dort sehr viel.

 

Er ist also Dein Sponsor und Trainer?

Ja, das kann man  so sagen. Er ist jeden Tag beim Training dabei und gibt mir wertvolle Tipps. Außerdem stellt er mir seine super Pferde zur Verfügung. Es sind sieben oder acht Pferde dabei, die internationale Qualität aufweisen. Da stehen mir alle Türen offen, und ich bin auch sehr dankbar dafür.

 

Ihr legt auch großen Wert auf Dressurarbeit?

Ja klar, was soll die Frage?

 

Naja, in der Vergangenheit machte es nie den Eindruck, als würdest Du einen Schwerpunkt in der dressurmäßigen Arbeit der Springpferde legen?

(schmunzelt) Okay, das gebe ich zu. Schon als Junior, als ich Vielseitigkeit geritten bin, hat die Dressur mich immer heruntergezogen. Zum Dressurreiten muss ich mich zwingen. Aber ich habe mittlerweile verstanden, dass man im Parcours ohne Dressur nicht erfolgreich sein kann. Das sehe ich auch an meiner Marie-Luise. Da sind früher Fehler passiert, vielleicht weil sie eine Wendung abkürzte oder nicht am inneren Schenkel war, die passieren heute nicht mehr.

 

Aber bei Deiner Bereiterprüfung bist Du schon Dressur geritten, oder?

Klar, im Reiten habe ich eine Drei bekommen, im Dressurunterricht sogar eine Zwei. Ich weiß ja auch, dass es nicht ohne geht.

 

Hier in Offenburg trainierst Du junge Schülerinnen im Parcours, bist Du dabei aufgeregt?

Nein, warum sollte ich das sein. Ich bin ja nicht einmal aufgeregt, wenn ich selber reite.

 

Du planst Deine berufliche Zukunft in Salzstetten?

Bis auf Weiteres in jedem Fall, es könnte gar nicht besser sein. In der ganzen Familie Brünz bin ich wie ein Sohn aufgenommen worden. Und es gibt so viele tolle Pferde, da habe ich alle Möglichkeiten.

 

Und in dieser Saison?

Da habe ich in der Altersklasse U25 natürlich alle Möglichkeiten. Nächste Woche kann ich einen Lehrgang bei Bundestrainer Heiner Engemann reiten, dann plane ich den Einstieg in den U25-Springpokal in Mannheim, parallel den EY-Cup mit Finale in Salzburg, und ich will mich dieses Jahr unbedingt im BW-Bank-Cup in der Schleyer-Halle qualifzieren.

 

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