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Montag, 06.01.2020 um 17:51

Sechs Reiter im S-Springen - ein Trend?

Sechs Reiter im Großen Preis? Ist das ein Ausrutscher aus speziellen Gründen oder schon ein erschreckender Trend? Jedenfalls sah man beim Wolf-Turnier in Eppelheim zum Saisonauftakt nachdenkliche Mienen. Sechs Reiter auf elf Pferden stellten das Feld im S-Springen mit Stechen, das im Ablauf entsprechend von langen Pausen geprägt war. Das Mini-Feld bestätigt zunächst die Statistik der Landeskommission, nach der die Zahl der Turniere und Prüfungen stabil bleibt, die Zahl der Starts aber sinkt. War das erste Turnier 2020 jetzt schon der Beweis? In Eppelheim wurde am Rande des Sports natürlich viel über diese Fragen diskutiert.

Antworten wird es erst im weiteren Verlauf der Saison geben. Tatsache ist, dass Hallenturniere mitten im Winter eigentlich nur für Profis mit gut ausgestatten Turnierställen so richtig in die Planung passen. Dazu kommt, dass die engen Hallen ländlicher Turniere mitunter reiterliche Meisterleistungen abverlangen - auch das schreckt Amateure und weniger routinierte Reiter ab. Die Eppelheimer argumentierten auch damit, dass der Dreikönigstag dieses Jahr auf einen Montag gefallen ist. In den Nachbarländern Hessen und Rheinland-Pfalz, wo normalerweise einige Starter herkommen, ist der 6. Januar aber ein Werktag. Außerdem gab es ein Konkurrenzturnier im westfälischen Gahlen, das die Starter aus nördlichen Gefilden abfing. Einige Spitzenreiter wie Hans-Dieter Dreher haben schon die Koffer für das internationale Turnier in Basel gepackt.

Welche Auswirkungen die sinkenden Starterzahlen in den S-Prüfungen auf das "Wolf-Turnier" haben und ob überhaupt, ist noch unklar. „Wir werden uns nach dem Turnier zusammensetzen und in Ruhe beraten, ob und was wir daran ändern können“, erklärte Katrin Balbach aus dem Turnierleiterteam. Es war ausgerechnet das 25. Turnier auf der Reitanlage Wolf.

Der Sport war trotz des kleinen Feldes übrigens top: Es kam zum Wimpernschlagfinale im Großen Preis, bei den Tobias Schwarz im Sattel des neunjährigen Calador aus dem Stall Beck den Vortagessieger Richard Vogel und seinen eleganten belgischen Wallach Morton v't Merelsnest knapp auf den zweiten Platz verwies. Der achtjährige Dunkelbraune ist  ein Ausnahmepferd und stammt aus bester belgischer Linie: Er führt das Blut der Hengste Nabab de Reve und Darco in den Adern; beide Beschäler sind selbst internationale Championate gegangen (rok/Foto: Doris Matthaes.

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