Mitternachtskrimi auf den Immenhöfen
Spannender kann ein Turniersamstagabend nicht sein: Das internationale Flutlichtspringen über 1,45 Meter auf den Immenhöfen in Donaueschingen wurde zu einem echten Krimi – mit Baden-Württembergern in den Hauptrollen. Am Ende stand Benjamin Wulschner auf der bis in die Schweifhaarspitzen motivierten Stute Bangkok Girl vorne – mit einem Höllenritt. Aber die Plätze eins bis fünf trennte insgesamt weniger als zwei Sekunden. Parcourschef Peter Schuhmacher hatte die Bahn einladend gebaut, forderte aber ein flottes Tempo: zehn der 25 Qualifizierten rückten in ein Stechen vor, in dem es um einen Wimpernschlag ging. Nachdem Wulschner, der einige Jahre im Land gelebt hat, mit der Oldenburger Stute vorgelegt hatte, glaubte man nicht, dass es noch schneller gehen könnte. Aber sowohl Marcl Marschall mit der zehnjährigen Holsteiner Stute Crystal, als auch Adrian Schmid mit Cessarias Crack versuchten es. Sie kamen bis auf eine Zehntelsekunde und anderthalb Sekunden heran; so knapp war es.
Alexander Schill, der mit Cardea lange geführt hatte, landete auf Rang vier vor dem gerade mal 20 Jahre alten Nikolaus Leckebusch-Peters auf der Westfalenstute Alicante. Der frisch gebackene Vizelandesmeister der Jungen Reiter sorgt im Land gerade für Aufsehen. Der in Kanada aufgewachsene junge Mann hat eine baden-württembergische Familiengeschichte. Sein Vater Timo stammt aus dem Schwarzwald und gehörte vor 30 Jahren zur Landesspitze im Nachwuchslager, bevor er mit seinen Eltern nach Kanada auswanderte. Dort machte er in der Immobilienbranche Karriere, betreibt in Kanada eine Reitanlage; und der Sohn soll in Deutschland solides Springreiten trainieren. Das tut er im Übrigen auf der alten Leckebusch-Reitanlage bei Freudenstadt und wird dort vom früheren Dressur-Landesmeister und Dressurausbilder Bernd Noske betreut. Die internationalen Platzierungen auf den Immenhöfen sind die bislang größte Erfolge seiner Laufbahn (rok/Foto: Roger Müller)
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