Barcelona: Goldenes Jahr für Deutschlands Springreiter
Was für ein Jahr für die deutschen Springreiter! Nur wenige Wochen nach dem Mannschafts-Weltmeistertitel in Aachen hat die Equipe von Bundestrainer Otto Becker auch das Finale der Longines League of Nations in Barcelona gewonnen. Die Entscheidung fiel erst im Stechen gegen Brasilien – und dort behielt ausgerechnet Richard Vogel mit Cloudio die Nerven.
Dabei hatte es lange danach ausgesehen, als könnte Deutschland den Sieg bereits nach zwei Umläufen perfekt machen. Marcus Ehning und sein Holsteiner-Wallach Coolio eröffneten mit einer souveränen Nullrunde. Bereits bei der Heim-WM in Aachen gehörte der Sohn des Casalito zur deutschen Gold-Equipe und belegte mit Ehning im Einzelfinale Rang sieben. Der heute 13-jährige Wallach wurde einst von Marcel Marschall bis auf Fünf-Sterne-Niveau gebracht, ehe Marcus Ehning ihn übernahm.
Auch Jörne Sprehe und ihr gewaltig springender Hannoveraner-Hengst Toys sowie Richard Vogel im Sattel seines Schimmelhengstes Cloudio blieben im ersten Umlauf fehlerfrei. Sophie Hinners und Iron Dames My Prins lieferten mit einem Abwurf das deutsche Streichergebnis. Damit ging Deutschland als einzige Nation mit weißer Weste und in Führung liegend in den zweiten Umlauf, dicht gefolgt von Belgien mit lediglich einem Zeitstrafpunkt.
Sprehe und Ehning bleiben doppelnull
Im zweiten Umlauf gingen nur noch drei Paare pro Nation an den Start – somit zählte jedes Ergebnis. Auf Ehning und Sprehe war erneut Verlass: Beide lieferten die zweite Nullrunde des Tages. Schlussreiter Richard Vogel hatte es damit selbst in der Hand. Doch ausgerechnet bei ihm fiel eine Stange. Vier Strafpunkte für Deutschland – und weil auch Brasilien nach zwei Umläufen bei vier Punkten stand, musste das Stechen entscheiden.
Für Brasilien ging Routinier Rodrigo Pessoa mit dem Vagabond de la Pomme-Sohn Major Tom ins Rennen, doch gleich am ersten Hindernis fiel eine Stange. Damit war der Weg frei für Richie Vogel und seinen Holsteiner-Hengst Cloudio. Nach seinem Fehler im zweiten Umlauf musste der Weltranglistenerste nun vor allem eines tun: fehlerfrei bleiben. Und genau das gelang. Zwar wackelte die Stange am letzten Hindernis gefährlich, doch sie blieb liegen. Cloudio, ein zwölfjähriger Sohn des Casall, hatte sich im Verlauf der Saison längst als Spezialist für die League of Nations erwiesen. Kein anderes Pferd sammelte über die Serie mehr Nullrunden, wofür Cloudio in Barcelona mit dem „Best Horse Award“ ausgezeichnet wurde.
Für Deutschland war es bereits der dritte Sieg im Finale der Serie nach den Erfolgen in den Jahren 2023 und 2024. Hinter Deutschland und komplettierten Brasilien mit vier und Belgien mit fünf Strafpunkten das Podium.
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