AGRIA und Pferdesport Deutschland treffen sich vor Gericht
AGRIA und Pferdesport Deutschland treffen sich vor Gericht
Groß war die Freude von Pferdesport Deutschland (vormals Deutsche Reiterliche Vereinigung, FN), als man im November 2023 verkünden konnte, dass man den schwedischen Tierversicherer AGRIA als neuen Hauptsponsor des Verbandes und der Bundeschampionate gewonnen habe. Groß war allerdings auch die Überraschung, als anlässlich der Bundeschampionate 2025 bekannt wurde, dass AGRIA den Millionenvertrag außerordentlich gekündigt hatte. Am Dienstag trafen sich die beiden Vertragsparteien zum Gütetermin vor dem Landgericht in Münster. Es ging um einen Streitwert von 1,8 Millionen Euro.
Als Grund für die außerordentliche Kündigung gab der Rechtsvertreter der AGRIA an, dass der Vorstand von AGRIA erst unmittelbar vor den Bundeschampionaten 2025 davon erfahren habe, dass es gegen ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung der FN ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue gebe. Er bezog sich dabei auf eine Klausel im Sponsorenvertrag, die festlegt, dass eine außerordentliche Kündigung innerhalb von 14 Tagen nach Bekanntwerden eines möglichen Kündigungsgrundes ausgesprochen werden muss. Die Rechtsvertreterin von Pferdesport Deutschland hingegen wies darauf hin, dass dem seinerzeitigen Deutschland-Generalmanager von AGRIA bereits rund ein Jahr zuvor mitgeteilt worden sei, dass es dieses Ermittlungsverfahren gebe und damit die vertraglich festgelegte Kündigungsfrist bereits seit fast einem Jahr abgelaufen sei. Im Anschluss an eine Pressekonferenz zu Beginn der Bundeschampionate 2025, hatte AGRIA eine zweite außerordentliche Vertragskündigung ausgesprochen, da anlässlich der Pressekonferenz Vertrags-Details genannt worden seien, was nach dem Vertrag nicht statthaft gewesen sei.
Der vorsitzende Richter Dr. Laubinger, der sich mit der nach seinen Worten recht komplexen Rechtsmaterie des Falles als bestens vorbereitet erwies, machte beiden Parteien den Vorschlag, einen Vergleich zu schließen, bei dem AGRIA aus den vertraglichen Verpflichtungen eine Million Euro an Pferdesport Deutschland zahlen solle. Laubinger wies daraufhin, dass eine Weiterführung des Rechtsstreits mit einem hohen Prozessrisiko und erheblichen Prozesskosten verbunden sei. Allein die Fortsetzung des Streits auf die nächst höhere Instanz beim Oberlandesgericht bezifferte Laubinger auf geschätzte 80000 Euro. Beide Parteien haben nun drei Wochen Zeit, um über diesen Vorschlag zu entscheiden und sich gegebenenfalls über die genannte Summe zu einigen.
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