Mila Schlüsselburg fährt nach Stuttgart
Jetzt reitet Emilia Schlüsselburg tatsächlich in den Spuren ihres Vaters und Trainers Sven, der als internationaler Weltcup- und Nationenpreisreiter fast alle wichtigen Arenen Europas von innen gesehen hat. Denn die 16-jährige Emilia Schlüsselburg hat drei Wochen nach ihrem Sieg in Weilheim nun auch in Böblingen, beim letzten Test vor der Schleyer-Halle, die abschließende Qualifikation im Nürnberger Burgpokal der Springjunioren gewonnen. Damit hat die frischgebackene württembergische U18-Meisterin das Ticket für Stuttgart in der Tasche. Sie ist sogar in der komfortablen Lage, dort zwischen dem zwölfjährigen Holländer Cleveland und dem zehnjährigen Oldenburger Chacateur auswählen zu können, denn beide Pferde sind qualifiziert. Es ist ihr erster Start beim Stuttgart German Master.
In Böblingen sahen die Richter Holger Martin und Petra Opalla das Paar mit einer 8,5 an erster Stelle. Damit verwies bescheidene und zurückhaltende Profi-Tochter ihre Kontrahentin Gabrielle Thess auf den zweiten Platz (8,3). Auch die Schülerin von Landesmeister Nikolaus Leckebusch-Peters ist beim Finale sicher dabei. Im Sattel der holländischen Stute Katootje Blue gefiel sie erneut durch engagiertes Zupacken. Savannah Balzano, Schülerin von Kurt Maier, machte nach ihrem Sieg von Killingen weiter Boden gut; sie bekam mit dem erfahrenen Camiro diesmal eine 8,2 (inklusive 0,2 Abzug für Bummeln). Auf dem vierten Platz machte Pauline Schmid aus Boll, ein Schützling von Reitmeister Karl-Heinz Streng mit ihrer neunjährigen Holsteiner Stute Kaschira (aus der Zucht von Elmar Sipple) Boden gut in Richtung Finale. Sie bekam eine 7,7. „Kalli“ Streng betreut übrigens auch regelmäßig das Training der Familie Schlüsselburg.
Eine 7,9 hätte in Böblingen eigentlich der Ranking-Führende Erik Kölz gehabt, wenn er nicht einen Abwurf hätte hinnehmen müssen. So landete er mit 7,4 auf Rang acht. Mit drei Pferden qualifiziert (was ein sehr seltenes Kunststück ist) ist er aber der Favorit im Stuttgarter Finale, auch weil er – ganz Kölz – Nerven besitzt wie breite Nudeln.
Wer ist Romy Hack?
In Böblingen tauchte aus Nichts eine 16-jährige Reiterin auf, die gar niemand auf dem Schirm hatte: Romy Hack, sie wurde bei ihrem ersten Start in der Serie im Sattel der achtjährigen holländischen Stute Natural Especial Fünfte. Ohne einen Abwurf wäre sie noch weiter vorne platziert gewesen. Selbst Regionaltrainer Wolfgang Arnold hatte die junge Dame noch nie gesehen. Des Rätsels Lösung: Romy Hack gehört zur Familie von Hans-Peter Marschall vom Gnadentalhof in Donaueschingen, lebt aber die meiste Zeit im Allgäu. Sie trainiert auch nur zeitweise im Land; nach Böblingen reiste das Team von Linda und Hans-Peter Marschall eher zufällig. In diesem Jahr kann Romy Hack so kurzfristig in der Serie nicht weiterkommen, will sich dem Burg Pokal im nächsten Jahr aber von Anfang an widmen, Saisonziel Stuttgart. Jung genug ist sie noch dafür. So bringt der Sport eben immer wieder Überraschungen.
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