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von Maria Jürgens am Dienstag, 02.04.2024 um 12:49

Keine Herpes-Impfpflicht mehr ab 15. April 2024

Die Herpes-Impfpflicht für Turnierpferde wird aufgehoben. Seit 2023 mussten alle Pferde, die an einem Turnier teilnehmen, gegen EHV-1 geimpft sein. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte die Mitglieder des Beirates Sport noch einmal um ein Meinungsbild und eine erneute Abstimmung gebeten. Mit dem Ergebnis, dass die Impfung weiterhin empfohlen wird, die Impfpflicht aber ab dem 15. April 2024 aufgehoben wird. 76 Prozent stimmten gegen die Herpes-Impfpflicht.

Generalsekretär Soenke Lauterbach erklärte in einer Pressemitteilung die Hintergründe: „Als wir die Impfpflicht eingeführt haben, sind wir davon ausgegangenen, dass der Weltreiterverband und andere Nationen mitziehen werden. Das ist aber nicht der Fall. Auch der Weltreiterverband verzichtet nach wie vor auf eine Impfpflicht. Zugleich spüren die Landesverbände einen anhaltenden Widerstand in der Mitgliedschaft gegen die Impfpflicht. Mit unserer erneuten Abstimmung reagieren wir auch auf aktuelle Entwicklungen wie beispielsweise die hohe Inflation der vergangenen Jahre oder die neue Gebührenordnung für Tierärzte.“

Empfehlung bleibt bestehen

Einer der Gründe für die Aussetzung sei auch der deutliche Rückgang der Turnierstarts seit 2019. Gerade von der Basis sei Unmut über die Impfpflicht geäußert worden, der sich noch verstärkte, nachdem laut neuer Leistungsprüfungsordnung (LPO 2024) auch Pferde halbjährlich gegen Herpes geimpft sein mussten, die in E-Prüfungen starten. In Baden-Württemberg hatten einige Reitschulbetreiber klar gesagt, dies finanziell für ihre Schulpferde nicht stemmen zu können.

Laut Ständiger Impfkommission Veterinärmedizin gehört die Impfung gegen Herpes zu den „Core-Komponenten“. „Daher bleibt die Empfehlung zur Impfung auch ganz klar bestehen“, bestätigt Soenke Lauterbach. „Lediglich die Entscheidung darüber bleibt nun wieder jedem Pferdebesitzer eigenverantwortlich selbst überlassen.“

Landesverband stimmt pro Aussetzung

Auch der Landesverband Baden-Württemberg hatte sich deutlich für eine Aussetzung der Impfpflicht ausgesprochen. „Unser Meinungsbild hat sich nicht verändert, bereits 2023 war Baden-Württemberg gegen die Impfpflicht“, sagt LK-Vorsitzender Frank Reutter. Lediglich im einstelligen Bereich sei diesmal für die Impfpflicht abgestimmt worden. „Wir waren stets in der Erwartung, dass die FEI mit einer internationalen Regelung nachzieht. Da dies nicht erfolgte, ist eine flächendeckende Immunisierung gar nicht möglich“, so Reutter und meint, dass sich die Aussetzung auch im Turnierbereich, gerade in den kleineren Prüfungen, positiv auswirken könnte. „Ich finde es dennoch gut, dass die Empfehlung für die Herpes-Impfung bleibt.“ So kann jeder Pferdebesitzer selbst entscheiden, ob er sein Pferd impfen lässt. Viele Pferde sind zudem aufgrund der Impfpflicht erst grundimmunisiert worden, was bereits einige Kosten verursacht hat. Eine Kostenerstattung wird es dafür seitens der FN nicht geben.

Der Beirat Sport hatte im Sommer 2021 die Entscheidung für eine Impfpflicht getroffen nach einem massiven Ausbruch der neurologischen Verlaufsform von EHV-1 auf einem internationalen Turnier in Spanien. In der Folge wurde der internationale Turniersport in Europa und auch der nationale Turniersport in Deutschland für mehrere Wochen ausgesetzt. Die Folgen des Turniersportstopps waren massiv. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch mussten 19 Todesfälle bei Pferden verzeichnet werden. Bereits seit mehreren Jahren wurde eine Herpesimpfpflicht innerhalb des Verbandes diskutiert. Denn jedes Jahr sind Herpesausbrüche zu verzeichnen, die für betroffene Pferde im Falle der neurologischen Verlaufsform oftmals tödlich enden. Zudem hatte die FN während des Ausbruchs im Frühjahr 2021 viele Nachrichten von Mitgliedern erreicht, in der die Einführung einer Herpesimpfpflicht gefordert wurde. Aus diesen Gründen hatte sich der Beirat Sport mit der Einführung einer Herpesimpfpflicht befasst und letztlich aus der Impfempfehlung eine Impfpflicht ab 2023 gemacht. Mit seiner Entscheidung folgte der Beirat Sport damals den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin.

 

Maria Jürgens (Redaktionsleitung)

Nach dem Volontariat bei der Tageszeitung zum Pferde-Journalismus gekommen. Am liebsten im Springsattel und auf den Geländeplätzen unterwegs. Die vielseitige Ausbildung liegt ihr sehr am Herzen. Unser Ass für alle Fragen rund um Pferdehaltung, Fütterung und Gesundheit.

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