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Reiterjournal 16.01.2026
Der Reitmeister in Erfolgslaune: Nach seinem Sieg am Nachmittag konnte Michael Jung auch in der Qualifikation zum Weltcup-Springen der PARTNER PFERD auftrumpfen. Mit Fischerheros Z sicherte er sich den zweiten Platz.
Ein Sieg am Tag sollte Michael Jung nicht genügen. Auch in der Qualifikationsprüfung zum Weltcup-Springen am Sonntag griff er noch einmal an. Mit dem erst neunjährigen Zangersheider Wallach Fischerheros Z hatte Jung dabei auf den richtigen Partner gesetzt. Der Braune aus der Zucht von Peter Hofmann, abstammend von Hotspot–Odermus, schien sich ebenfalls von der Siegeslaune angesteckt haben zu lassen. Schließlich durfte er kurz zuvor die goldene Schleife seiner Stallkollegin Eclaire Z (Siegerin zuvor) abholen.
Bereits als siebtes Starterpaar ritten Michael Jung und Fischerheros Z in die Leipziger Messehalle ein und meisterten den anspruchsvollen Kurs des Range Rover Cups mit Bravour. Der Parcours, designt von Frank Rothenberger, bot 13 Hindernisse über eine Höhe von 1,55 Metern. Sowohl die Abfolge der Sprünge als auch die erlaubte Zeit von 72 Sekunden stellten die insgesamt 47 Reiter vor Herausforderungen. Zwölf von ihnen gelang eine fehlerfreie Runde.
Michael Jung verstand es, sich in puncto Zeit einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen: Von Hindernis sieben zu acht wählten viele Reiter einen langen Weg um zwei weitere Hindernisse herum. Mit dem nötigen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Wendigkeit seines Fischerheros Z ritt Jung jedoch vorne herum den kurzen Weg. Nahezu spielerisch leicht überquerten die beiden Hindernis Nummer acht – ein Manöver, das nur wenigen in diesem Springen gelang. Auch der restliche Ritt wirkte wie aus einem Guss. Harmonisch und fein abgestimmt mit einem motivierten und vermögend springenden Sportpartner unter dem Sattel brachte Michael Jung die Prüfung sicher zu Ende – in sehr guten 64,65 Sekunden. Wahrlich eine Ansage für die folgenden Starter.
Lediglich einem Reiter gelang es noch, diese Zeit zu unterbieten. Als 20. Starter ritt der Niederländer Jur Vrieling in die Bahn. Er brachte den KWPN-Hengst Grand Slam VDL, einen Sohn des Cardento aus einer Heartbreaker-Mutter, mit. Auch Vrieling nahm von Hindernis sieben zu acht den kurzen Weg und konnte im weiteren Verlauf des Parcours noch einige Sekunden herausholen. Am Ende standen 63,72 Sekunden auf der Uhr, womit er Michael Jung die Führung abnahm. „Ich bin stolz darauf, dass ich gegen die beiden gewinnen konnte“, erklärte Vrieling in der anschließenden Pressekonferenz mit einem Lächeln auf den Lippen. Froh über den Sieg und dankbar für die tolle Atmosphäre sowie das lebendig mitfiebernde Leipziger Publikum zeigte der Olympia-Reiter Respekt für seine Mitstreiter.
Auch Michael Jung fand lobende Worte für das Turnier und die hervorragenden Bedingungen: „Es macht viel Spaß, hier zu reiten. Die Ränge sind voll, und die Zuschauer sind ganz nah dran. In den vergangenen Jahren hatte es für mich nicht gepasst, hier zu starten. Jetzt bin ich sehr glücklich, mit meinen beiden erst neunjährigen Pferden wieder die Möglichkeit zu haben, hier mitreiten zu können.“
Ebenfalls glücklich über seine Startchance war Victor Bettendorf. Für den Luxemburger ist es nur selten möglich, bei Weltcup-Prüfungen an den Start zu gehen. Erst am vergangenen Freitag erfuhr er, dass er zugelassen war – eine Gelegenheit, die er zu nutzen wusste. Bereits im 5*-Springen am Nachmittag platzierte sich Bettendorf knapp hinter Michael Jung auf Rang zwei. Auch in der Qualifikation zum Weltcup-Springen reihte er sich hinter dem Reitmeister ein: Mit 66,11 Sekunden belegte er im Sattel der 13-jährigen SF-Stute Doha de Riverland den dritten Platz.