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Reiterjournal 10.01.2026
Während es an diesem Wochenende in Deutschland wettertechnisch äußerst spannend zugeht, wird es auch in der Halle Münsterland, genauer gesagt beim Agravis Cup in Münster, spannend. Neben etlichen Prüfungen der schweren Klasse sowie für Nachwuchsreiter mündet die Serie DERBY Stars von Morgen in ihren Saisonhöhepunkt, das große Finale. Zum Auftakt lieferten die baden-württembergischen Finalisten geschlossene und starke Leistungen.
Es ist so weit: Die DERBY Stars von Morgen-Saison findet an diesem Wochenende im Rahmen des Agravis Cup in Münster ihren Abschluss. Die Serie DERBY Stars von Morgen ist in Bayern entstanden und hat sich mittlerweile schon längst bundesweit etabliert. Dabei bietet die Serie für junge Grand-Prix-Pferde sowie U25-Reiter eine besondere Plattform. Die Finalteilnehmer stellen sich aus dem Halbfinale Nord und Süd zusammen, wobei in diesem Jahr sehr auffällig ist, dass nur wenige Finalisten aus dem Süden die Reise nach Münster angetreten haben. Das mag sicherlich auch am wilden Wettergott liegen. Doch kommen wir zur Einlaufprüfung zum DERBY Stars von Morgen-Finale. Denn gleich zum Auftakt mischten die baden-württembergischen Finalisten gewaltig vorne mit. Eine besondere Leistung gelang dabei Anna-Louisa Fuchs, die sich mit gleich zwei Pferden in die Top 6 einreihte und die magische 70-Prozent-Marke knackte. Im „stallinternen“ Rennen hatte heute die zehnjährige Fahrenheit-Tochter Floribelle die Nase vorn. Die dynamische Stute lieferte eine im Gesamten sehr sichere Runde, die mit 70,5 Prozent belohnt wurde. Dabei zeigt Floribelle schon sehr vielversprechende Ansätze für die Piaff-Passage-Tour sowie in den Galopppirouetten eine hohe Bereitschaft zur Lastaufnahme. Auch die Serienwechsel gelangen fehlerfrei. Insgesamt könnte die Stute noch energischer aus der Hinterhand unter den Schwerpunkt fußen. „Ich freue mich total. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass es so gut klappen würde“, schwärmte Anna Fuchs und fügte hinzu: „Flori ist für mich ein ganz besonderes Pferd. Wir haben sie als Fohlen gekauft und sie ist bei uns, seit sie sechs Monate alt ist, im Stall. Ich habe sie selbst eingeritten und ausgebildet. Zwischendrin gab es auch mal schwierige Zeiten, aber ich kenne sie nun wirklich gut und sie ist für mich ein ganz besonderes Pferd.“ Direkt hinter Floribelle reihte sich der nicht weniger vielversprechende Stallkollege Duvetico ein. Der neunjährige DSP-Wallach punktete sich zu 70,4 Prozent und überzeugte ebenso mit vielversprechenden Piaffen und Passagen sowie super ins Bergauf gesprungenen Serienwechseln. Auch er könnte besonders in den Passagen aus der Hinterhand noch energischer abfußen. Teuer wurde es beim Wechsel im Mittelgalopp, der misslang. Dennoch: Die Nordbadenerin hat einmal mehr ihre ausbilderischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt. „Duvetico hat extrem viel Qualität und Talent. Manchmal stehen ihm noch seine Nerven im Weg und er ist etwas schreckhaft. Ich bin extrem stolz, wie er sich heute zusammengerissen hat. Das war für ihn heute schon eine Herausforderung. Ich bin der Familie Henning sehr dankbar, dass ich ihn reiten und ausbilden darf!“
Und wie heißt es so schön: Aller guten Dinge sind drei. Ann-Cathrin Rieg komplettierte das baden-württembergische Trio und folgte mit ihrem Ponyhengst Steendieks Derrick auf Rang sieben (70,3 Prozent). Die Sieger des Halbfinales Süd unterstrichen auch in Münster ihre Qualität, wenn sie heute noch nicht volles Risiko eingingen. Während die beiden in der ersten Piaffe noch nicht direkt in den idealen Takt fanden, gelang die zweite Piaffe vorbildlich auf der Stelle. Weitere Highlights bildeten die schnurgeraden Serienwechsel und die kleinsten Galopppirouetten. Die beiden können morgen sicherlich noch eine Schippe obendrauf legen. An der Spitze setzte sich das Siegerpaar des Halbfinales Nord durch. Die Rede ist von Leonie Richter und Lord Europe (75,2 Prozent). Im Vergleich zum Louisdor-Preis-Finale in Frankfurt zeigte sich der neunjährige Hengst wieder in sich gefestigter und setzte sich gegen DSP Danny Cool unter dem Sattel von Helen Langenhanenberg (74,7 Prozent) durch. Rang drei ging an Julia de Ridder mit Birkhof’s Diamantinos (71,7 Prozent).