Logo
Mittwoch, 11.05.2016

„Ich habe mich schwer verliebt!“


Interview: Florian Adam

Frau Tebar, auf den ersten Blick waren wir uns nicht sicher, ob Sie ihren Don Luis in Böblingen gesattelt hatten……

(lacht) Ja, die beiden haben eine gewisse Ähnlichkeit. Auch Ricardo ist nur 1.66m groß. Er ist aber deutlich weniger Pferd als mein Luis.

Mit dem Start in der Inter II von Böblingen überraschten Sie mit diesem neuen Partner. Wie kam es zu dieser Errungenschaft?

Das ist eine längere Geschichte. Ich habe mich 2013 in Barcelona schwer in Ricardo verliebt. Unter seiner ehemaligen Reiterin Carmen Naesgaard ging Ricardo damals eine tolle Kür. Fünfjährig hatte sie ihn gekauft. Die beiden waren siegreich von Inter I bis in den Grand Prix-Sport. Ich fragte gleich an, aber der Schönling war nicht zu kaufen. Im vergangenen Jahr wurden die beiden spanische Meister der Dressurreiter. Und kurz vor der Europameisterschaft klingelte mein Telefon…

Ricardo war also doch zu haben?

Ja. Nur war ich mittleweile mit meinem Don Luis bestens versorgt. Ich haderte in dieser Zeit eine Weile mit mir. Doch Ricardo wollte mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und Sie sehen ja, wo das hingeführt hat. Seit Juli vergangenen Jahres ist er in unserem Besitz.

Nun ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. Sie haben sich mit der gemeinsamen Premiere Zeit gelassen…..

Im vergangenen Jahr habe ich mich sehr auf Don Luis fokussiert. Die Europameisterschaft stand ja direkt bevor. Er wird auch weiterhin mein Paradepferd bleiben. Aber Ricardo bringt alles mit, was ein Grand Prix-Pferd braucht. Ähnlich wie Luis verfügt er über großes Talent für Piaffe und Passage. Er ist sehr eiffrig und reagiert direkt auf die Hilfen. Ein echter Ferrari!

Was sind Ihre ersten Eindrücke vom Turnierauftakt?

Erstmal sind wir mit unserem Testlauf in Böblingen sehr zufrieden. Er war sehr motiviert und möchte alles richtigmachen. Jetzt kommt es noch auf die Feinabstimmung an. Er will! Das ist doch prima. Und die Prozente, die er unter seiner Reiterin zuvor international schon erreicht hat, lassen doch hoffen.

Ricardo ist bereits 13 Jahre alt. Wie sieht ihre gemeinsame Zukunft aus?

Ich werde ihn neben Don Luis mit auf das ein oder andere internationale Turnier nehmen. Die nächste Station ist Compiegne – hier wird Ricardo an den Start gehen. Für Rio ist Don Luis wieder die Nummer eins. Aber wenn ich Ricardo so beobachte, denke ich, er ist auch im kommenden Jahr mit 14 noch längst kein in die Jahre gekommenes Pferd. Ich versuche einfach so viel Freude wie möglich an ihm zu haben.

Foto:D.Matthaes/ Karen Tebar und Ricardo in der Inter II von Böblingen

Top