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Dienstag, 26.07.2022

Benjamin Werndl im Interview: "Es gab oft Momente, in denen ich gezweifelt habe."

Foto: Stefan Lafrentz
Foto: Stefan Lafrentz

Die Entscheidung ist gefallen: Benjamin Werndl sitzt bei den Dressur-Weltmeisterschaften im dänischen Herning im Sattel des 13-jährigen Wallachs Famoso OLD (Züchter: Lambertus Schnieder), der 18-jährige Westfale Daily Mirror ist Ersatzpferd. Ab dem 6. August wird um Medaillen geritten. Schwester Jessica von Bredow-Werndl drückt zuhause die Daumen, denn die Geburt ihres zweiten Kindes steht kurz bevor. Wir haben mit Benjamin Werndl über seine Erwartungen gesprochen und darüber, wie die letzten Vorbereitungen vor der WM aussehen.

Herr Werndl, was bedeutet Ihnen die Nominierung?

Die Nominierung ist ein Meilenstein für mich. Vor Aachen war ich wirklich nervös, aber jetzt bin ich einfach erleichtert, dankbar und froh, dass es geklappt hat.

Sie sind 2005 zuletzt bei einem Championat für Deutschland geritten, damals bei der EM der Jungen Reiter. Seither haben Sie einiges an Erfahrung dazugewonnen. Was nehmen Sie sich für diese WM vor?

Diese 17 Jahre waren ein langer Weg. Es gab oft Momente, in denen ich gezweifelt habe, ob ich es jemals wieder schaffen werde. Ich nehme mir für die WM gar nicht so viel vor, denn in der Vergangenheit war es häufig so, dass es gerade dann nicht geklappt hat. Deshalb konzentriere ich mich nur darauf, eine gute Leistung abzuliefern.

Deutschland gilt nicht gerade als Favorit für die Goldmedaille. Welche Möglichkeiten rechnen Sie sich für das Team aus?

Im Sport ist alles möglich. Ich denke schon, dass wir eine Chance auf Mannschafts-Gold haben. Die Anderen müssen schließlich auch erst einmal reiten.

Sie haben Cathrine Dufour schon einmal geschlagen – 2020 im Grand Prix in Göteborg. Diesmal wieder?

Ich habe mir noch nie gedankliche Grenzen gesetzt (lacht). Aber ich fahre nicht mit dem speziellen Wunsch hin, besser als die Favoritin zu sein, sondern vor allem möchte ich so gut wie möglich sein.

Wann geht es los nach Herning?

Wir fahren am kommenden Freitag ( 29.7., Anm. der Redaktion) ins Trainingslager nahe Hamburg auf den Helenenhof. Am 2. August geht es dann los nach Herning.

Wie gestalten Sie die restlichen Tage bis zur Abreise?

Ich werde gar nichts verändern zum bisherigen Training, denn unser Konzept hat mich dahin gebracht, wo ich gerade bin. Deshalb verlasse ich mich vor allem auf mein Gefühl, höre in mein Pferd hinein, spüre, wie er sich anfühlt, und trainiere dementsprechend.

Wie bereiten Sie sich mental und körperlich vor?

Das Wichtigste ist, im Moment, im Hier und Jetzt zu sein. Ich möchte mich auf meine Intuition verlassen, und das erreiche ich unter anderem am besten über Meditation und Konzentration auf meine Atmung. (mj)

 

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