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Isabell Werth: "Es gab nur den Weg nach vorne"


Was war das für eine Kür in der Aachener Soers voller sportlicher Höhepunkte und unglaublich mitnehmender Performances. Am Ende triumphierte einmal mehr, zum vierten Mal in diesen Tagen, Isabell Werth mit ihrem Westfalen Wallach Emilio v. Ehrenpreis/Cacir AA. Mit 87,625 Prozent zeigte sich Emilio von der Piaffen-Blockade am Donnerstag komplett "rehabilitiert", stieg in die äußerst schwierige Kür mit einer gelungen Piaff-Pirouette ein und überzeugte mit allerhöchsten Schwierigkeiten. Isabell Werth erklärte im Anschluss: "Nachdem ich gesehen hatte, dass die beiden Amerikanerinnen mit 85 Prozent vorgelegt hatten, gab es für mich nur noch nach vorne." So kennt man Isabell Werth.

Platz zwei in der Grand Prix Kür ging an Kasey Perry-Glass mit dem Diamond Hit-Sohn Goerklintgaards Dublet mit 85,205 Prozent. Ganz ausdrucksstark präsentierte sich der dänische Wallach, der in 2016 bereits eine gute Saison hatte, im vergangenen Jahr aber nicht daran anschließen konnte, weshalb die Reiterin ihm eine längere Pause gab und das Training umstellte. "Man muss immer an sein Pferd glauben", so Perry-Glass, Schülerin von Debbie McDonald. "Wir haben eine lange Reise hinter uns, aber es hat sich ausgezahlt. Heute morgen kam Dublet etwas müde aus der Box, aber er wollte hier alle Tage wirklich zeigen, dass er zu den Top-Pferden der Welt gehört."

Dritte wurde Laura Graves mit einem etwas angespannten Verdades, der sich im Special an einer TV-Kamera festgestehen hatte, aber nun wieder erstarkt - wenn auch etwas spannig - zurück kam. Mit 85,085 Prozent wurde er auf Rang drei eingeordnet. "Das war schon fast ein wenig wie im Springen diese Woche", lachte Graves. "Aber ja, das sind die größten Herausforderungen in unserme Sport, die Pferde auf unsere Seite zu bekommen. Und er hat heute gezeigt, dass er ein richtiger Star ist."

Eine unglaubliche Woche auf Platz fünf beendete Helen Langehanenberg mit Damsey FRH mit 82,575 Prozent. Ein bisschen müde wirkte der Hannoveraner Hengst v. Dressage Royal, gab aber dennoch noch mal alles. Und: Langehanenberg hatte die Kür nicht geübt. Immerhin hatte sie vor vier Wochen erst ihr Kind zur Welt gebracht und mit dem Grand Prix und Special der I-Tour gerechnet. Nun darf sie sich zurecht Hoffnungen auf einen Platz in der Mannschaft für Tryon machen, muss sich dafür aber noch mal auf einem weiteren Turnier beweisen.

Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. wurden mit 81,295 Prozent Siebte und zeigten noch einmal ihre Beständigkeit. Der San Remo-Nachkomme ist eine sichere Bank. Sollte Schneider dennoch weiter auf den sich in Aachen verletzenden Showtime hoffen, muss auch der sich noch mal auf einem Turnier zeigen - genauso wie Weihegold, Cosmo, Bella Rose. "Wir machen es nicht mehr, Pferde mit nur einem Turnier loszuschicken", so Bundestrainerin Monica Theodorescu konsequent.

Isabell Werth selbst macht keinen Hehl daraus, ihren Traum von Bella Rose bei den WEG zu träumen. "Sie ist eine wundervolle Tänzerin. Begabter kann man nicht sein", erzählte sie über die Fuchsstute. "Emilio ist mehr der Skeptiker. Das muss man in Balance bringen. Weihe ist die abgeklärteste und bei ihr kann ich alles abrufen. Sie scharrt schon zu Hause mit den Hufen."

Die nächsten Wochen dürften noch spannend werden hinsichtlich der Selektion für die Weltreiterspiele. (mos)

Foto: Lafrentz

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