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Freitag, 30.08.2019

Einblicke ins Gelände von Luhmühlen von Championats-Debütant Felix Etzel

Der gebürtige Schorndorfer Felix Etzel ist in Luhmühlen mit seinen 26 Jahren Championatsdebütant. Als Einzelreiter startet er bei der Europameisterschaft mit dem elfjährigen Hannoveraner Bandit v. Betel xx, den er seit seinem vierten Lebensjahr reitet und ausbildet hat. Im vergangenen Jahr kam Felix Etzel, der an der Bundeswehrsportschule in Warendorf stationiert ist, in den deutschen Perspektivkader. Nun erfolgt der vorläufige Höhepunkt mit der Teilnahme bei der Europameisterschaft.

Der Geländekurs, der von Mike Etherington-Smith gebaut wurde, ist mit 5.790 Metern in einer Zeit von 10.10 Minuten am unteren Limit gebaut. 26 Hindernisse gibt es - 40 Sprünge. Eindrücke von Felix Etzel, der das Reiterjournal mit auf die Geländebegehung genommen hat...



Sprung 1: Hier kommt man erstmal ins Springen...


Sprung 2 : Wie auch Sprung 3 ein relativ tiefer Sprung bereits.


Sprung 3: Bei 2 und 3 gilt es, gut in den Fluss zu kommen.


Sprung 4: Der kommt schon relativ schnell...


Sprung 4: Nach dem Sprung geht es bergab runter, die Pferde sind noch frisch... heißt, hier müssen wir die Pferde erstmal wieder zurückholen und schauen, dass sie sich auf das kommende Wasser konzentrieren.


Sprung 5a-b-c-d: Nach dem Sprung 4 sind die Pferde erstmal "lang" - vor dem Einsprung ins Wasser muss man den Kopf erstmal hochbekommen. Das ist hier eine Balanceabfrage. Mit vier und drei Galoppsprüngen plane ich die Kombination, aber eventuell machen auch manche fünf und drei Galoppsprünge, je nachdem, wie der Einsprung gelingt. Das wichtigste ist, dass man die Linie hat und die Pferde auf Spannung hält. Das hier ist schon mal ein Gratmesser. Ich glaube allerdings nicht, dass es hier viele Vorbeiläufer geben wird. Die Pferde sind noch frisch und springen dann auch noch eher mal unpassend darüber.


Sprung 6: Ein Füllsprung, zu dem man immer eine passende Distanz hat - aber man sollte ihn nicht schräg anreiten, weil er doch tief ist. Grundsätzlich aber eher unspektakulär.


Sprung 7: Nun sind wir im Stadion. Die Atmosphäre nimmt man hier aber nicht wahr, die meisten Zuschauer sind ja auch im Gelände. Der Tisch ist eine Vorbereitung für die zweite wirklich anspruchsvolle Aufgabe. Die Pferde müssen danach schnell auf die Beine kommen.


Sprung 8a: Mit fünf Galoppsprüngen geht es auf 8a...

 

 

 



Sprung 8b: ... und mit vier weiter auf b. Ob man b gut bekommt, hängt vom Einsprung bei a ab.


Sprung 8c-d: Und dann geht es mit drei Galoppsprüngen zügig weiter auf c. Wenn man diese beiden Klippen, das Wasser und diese Kombination 8 geschafft hat, gibt das Aufwind für den Rest der Prüfung.


Sprung 9: ein Füllsprung


Sprung 10a-b: Eine Balanceabfrage haben wir hier. Wie weit oder eng man die Wendung auf b nimmt, hängt vom Galoppsprung des Pferdes ab. Die Kombination ist eine kleine Bremse im Kurs. Ich glaube aber nicht, dass hier ein Pferd vorbei rennt - eher macht man noch einen dritten Galoppsprung dazu.


Sprung 11: Die Vorbereitung für die Aufgabe am Wasser. Man reitet hier durch eine Art Schlauch - und danach erwartet einen eine kleine "Kirmes". Es ist unglaublich viel los am Wasser, nachdem man zuvor eher über freie Fläche galoppierte. Das kann das ein oder andere Pferd schon irritieren.


Sprung 12a-b: Beim Einsprung ins Wasser ist es gut, relativ eng an die Tanne zu kommen, dann gilt es, möglichst sicher zu landen und einen geraden Galoppsprung zu machen, ehe es auf b geht. 12 b steht und fällt mit dem Einsprung.


Sprung 12c: Zum Aussprung haben wir eine ganz neue Distanz. Aus dem Wasser kommend gilt es, die Pferde einzurahmen, es geht bergauf, da muss man dann positiv ran wollen. Aber wenn man es ihnen passend serviert, geht es.


Sprung 13: Nach der Wasserkombination geht es hier darum, wieder die Pferde in den Fluss zu kriegen.


Sprung 14a


Sprung 14a-b-c: Über den Einsprung geht es den Berg runter mit einem ordentlichen Satz über b. 14c erreicht man im Idealfall mit drei Galoppsprüngen. Ob man links oder rechts springt, bleibt jedem selbst überlassen. Ich werde das erst am Prüfungstag entscheiden, tendiere aktuell aber zu rechts.


Sprung 15: Sieht imposant aus, aber eigentlich ist der Sprung kein Problem. Wenn ein Pferd klemmig bei einem Graben ist, ist er nicht schön zu springen, aber das dürfte auf dem Niveau nicht der Fall sein.


Sprung 16a-b-c: 16 a sollte man nicht überpesen, denn es gilt, die Aufgabe zu überblicken. Im Fluss geht es dann weiter mit je einem Galoppsprung von b auf c. Wenn man allerdings schlecht rein kommt, macht man vielleicht auch einen oder zwei Galoppsprünge mehr.


Sprung 17: Wieder ein klassischer Füllsprung


Sprung 18a-b: Mit einer positiven Distanz sollte man an diese Kombination gehen, beherzt hinreiten, dass einem die Distanz nicht wegläuft.


Sprung 18c: Hinter b gilt es, in Balance zu bleiben auf c.


Sprung 19: Der Sprung ist die Vorbereitung für die nächste Aufgabe.


Sprung 20a-b: Von Sprung 19 kommt man mit drei oder vier Galoppsprüngen auf die 20a, für mich sind es eher vier. 20a sollte man gerade springen, um die Wendung auf b richtig einzuleiten.


Sprung 21: Hier kurz vor Schluss kommt es dann auf die Kondition der Pferde an. Mit den zehn Minuten sind wir am unteren Limit, der Kurs ist flach, die Pferde haben viele Eindrücke mitgenommen - das zieht alles Kraft. Deswegen muss man das Pferd vor der 21 auf das Hinterbein holen, es geht erst bergab, unten zeigt man den Pferden den Sprung und dann heißt es, nur noch vorwärts zu reiten und mit Kraft hoch an den Sprung. Als Reiter sollte man hinten sitzen und den Sprung mitnehmen lassen. Der Eckeneffekt ist hier eigentlich nicht so groß. Eine Alternative gibt es, die allerdings einiges an Zeit kostet.


Sprung 22: Noch mal ein netter Füllsprung


Sprung 23: Die Vorbereitung für die letzte Aufgabe. Jetzt fragt sich: Sind die Pferde noch konzentriert?


Sprung 24 + 25: Ganz wichtig ist es, hier die Pferde noch geschlossen zu haben. Wenn sie nicht mehr da sind, hat man hier schnell noch mal einen Vorbeiläufer. Und dann geht über die 26 ins Ziel.
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