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Sonntag, 01.09.2019

Deutschland gewinnt Gold - Michael Jung Silber - und Klimke verteidigt

Es war souverän, was die deutsche Mannschaft bei der EM in Luhmühlen ablieferte. Wie zu guten alten Zeiten. Mit 78,50 Punkten siegte Schwarz-Rot-Gold nach Dressur, Gelände und Springen am Ende mit deutlichem Abstand zu den Briten mit 92,8 Punkten. Hans Melzers Truppe ist wieder Europameister und das mit einem Ausrufezeichen. Die Favoriten aus England ließen auch im Springen noch mal Federn, alle hatten einen Abwurf und am Ende war es nur die knappe Silbermedaille. Mit einer fast tadellosen Leistung - alleine Malin Josefsson und Golden Midnight hatten einen Fehler - gewannen die Schweden mit 105,1 Punkten Bronze - und das Olympiaticket für Tokyo. Das zogen außerdem die Italiener auf dem fünften Rang.

In der Einzelwertung ging es eng zu - und so kam es noch zu viel Platzierungsänderungen nach dem Springen. Michael Jung, der als Letzter und Overnight-Leader den Sack mit einer Nullrunde hätte zumachen können, patzte mit fischerChipmunk v. Contendro I in der dritten zweifachen Kombination und verlor somit Gold. Doch Silber machte ihn nicht unzufrieden: "So ist der Sport - ein klitzekleiner Fehler und schon geht es zurück. Aber fischerChipmunk ist so toll gesprungen und wir hatten eine tolle Woche." Eine Erklärung für den Fehler hatte Jung auch: "Ich hätte vielleicht etwas ruhiger sitzen können, er ist ein bisschen schnell geworden ind er Kombination. Trotzdem sprang er einfach super und das ist ein tolles Ergebnis."

Damit war klar: Ingrid Klimke ist die alte und neue Europameisterin. Sie verteidigte mit SAP Hale Bob OLD den Titel von vor zwei Jahren in Strzegom, denn sie hatte eine fehlerfreie Runde im Parcours vorgelegt. Mit ihrem Dressurergebnis von 22,2 Punkten wurde sie Europameisterin. "Ich kann es gar nicht fassen", freute sich Klimke. "Vor allem, wie Bobby gesprungen ist - so cool. Kurt Gravemeier kam wieder, wie vor zwei Jahren und ich hatte ihm vorher gesagt, dass er wieder kommen muss, damit ich Europameister werde. Am meisten freut mich aber die Goldmedaille im Team für Hans Melzer. Wir hatten ja ein kleines Tief, nachdem wir zuvor lange souverän waren. Es ist schön, vor Tokio so überzeugend gewesen zu sein."

Platz drei in der Einzelwertung ging an den Iren Cathal Daniels mit der zwölfjährigen Irischen Sportstute Rioghan Rua v. Jack of Diamonds. Der Ire sprang sich mit einer fehlerfreien Runde von Platz sechs auf Bronze. Der Franzose Thibaut Valette musste mit einem Abwurf seinen dritten Platz abgeben - er wurde mit Qing du Brio Fünfter.

Für die deutsche Mannschaft trugen erheblich zur Goldmedaille die fehlerfreien Ritte von Kai Rüder mit Colani Sunrise und Andreas Dibowski mit FRH Corrida bei. Am Ende war Bundestrainer Hans Melzer natürlich mehr als glücklich: "Ich habe von den Plätzen eins und zwei und Gold mit der Mannschaft geträumt, aber dass es so kommt, hätte ich nicht gedacht. Und vor allem, dass wir so souverän sind. Ich glaube, dass da auch unser Trainingslager zu beigetragen hat. Ich war die ganze Woche nicht sonderlich nervös, weil ich mir sicher war, es geht was - und weil ich wusste, wie gut wir sind. Jetzt freue ich mich auf nächstes Jahr." (mos)

Fotos: Stefan Lafrentz

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