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Die Alten Meister: Koschel und das Spiel mit dem Tempo

Frank Henning, Macher hinter der beliebten Serie "Die Alten Meister", hat mehr als 900 Veranstaltungen in Deutschland schon auf dem Buckel - immer war und ist die Intention dabei, die klassische, gute deutsche Dressurausbildung zu leben und hochzuhalten. Nachdem Klaus Balkenhol im vergangenen Jahr schon zahlreiche Zuschauer nach Ludwigsburg lockte, war auch am gestrigen Tag bei Referent Christoph Koschel die Halle nahe dem Schloss Monrepos proppevoll: Über 800 Dressurfans hatten den Weg in die Barockstadt gefunden. "Nach Ludwigsburg kommen wir immer wieder gern. Die Anlage liegt toll, wir werden mit offenen Armen begrüßt, alle helfen hier mit", verkündete Initator Henning gleich zu Beginn.

Seinen Schwerpunkt legte Koschel, Medaillengewinner bei Europa- und Weltmeisterschaften, auf das Spiel mit dem Tempo. Immer wieder forderte der in Hagen beheimatete Ausbilder Übergänge nicht nur zwischen, sondern auch in einer spezifischen Gangart zu nutzen. "Der Reiter braucht die Aufmerksamkeit seines Pferdes, sie müssen sich auf uns fokussieren", appellierte der Referent an die Schwaben. Den Auftakt zur Lehrstunde genoßen Frigga Felicitas Wetzel und ihr Württemberger Diamant, bevor sich Koschel einer Konkurrentin aus alten Zeiten widmete. Denn die in Bissingen an der Teck angesiedelte Australierin Hayley Beresford hatte den auffälligen Don Diamond-Nachkomme Du Ciel aus der Landeszucht gesattelt. Unter anderem an den Serienwechseln wurde gefeilt. Von der Fine Line und Wohlfühl-Galopp war die Rede. "Der Grad zwischen technischer Korrektheit und ausdruckstarkem nach vorne Galoppieren ist schmal, aber im Training soll das ruhig ausprobiert werden!" Ins Schwitzen kam Beresford im Training beim Kollegen zwar, doch zum Abschluss drehte Du Ciel in der fremden Umgebung imposant seine Runden.

Friedolin auf bestem Wege

Ein besonderer Höhepunkt war das Training von Christoph Koschel und der Ludwigsburger Betriebsleiterin Sabine Klenk, die ihren iWest Dressur Cup-Sieger Friedolin gesattelt hatte. Nach einem lang verdrückten Äppeln zeigte der Fidertanz-Nachkomme, dass er auf dem besten Weg in den Drei-Sterne-Sport ist. Besonders in den Passagen zeigte der Neunjährige, welch Potential in ihm steckt - da wächst ein gestandenes Grand-Prix Pferd heran. Auch der ehemalige Championatsreiter zeigte sich vom Ludwigsburger Duo angetan: "Nicht nur bei seinem gewaltigen Schritt würde ich als Richter hohe Noten zücken. Auch die Anlehnung und die Übergänge sind ein echtes Highlight der beiden." (FA)

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