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Freitag, 15.05.2020

„Wir brauchen dringend ein Signal“

Kultusministerin Susanne Eisenmann hat am Donnerstag mit einer neuen „Corona-Verordnung Sportwettkämpfe“ wieder einmal für Verwirrung gesorgt. Baden-Württembergs Reitsport-Lenker bleiben aber relativ gelassen und „vorsichtig optimistisch“, wie es LK-Chef Frank Reutter formuliert. Sie fordern ein „dringendes Signal“ der Politik in Richtung Reiter.

In der Verordnung ist unter anderem die Rede, dass sportliche Wettbewerbe nur für den Profisport in Frage kommen. Unter anderem heißt es darin, dass sich die Sportler vor dem Wettkampf eine Woche „in einem Trainingslager absondern“ sollen und regelmäßige Tests vorzusehen sind. Auflagen, die im Reitturnier-Sport völlig abwegig wären.

Sowohl Reutter als auch Landesverbandspräsident Gerhard Ziegler betonten auf Anfrage sofort, dass sie bei der Corona-Verordnung Sportwettkämpfe keinen Bezug zum Pferdesport herstellen können. Das heißt aber auch: Für Reitsport-Wettkämpfe gibt es aktuell noch keine Regel, nur Trainingstage werden zugelassen – allerdings auch nicht überall.

„Die Verordnung ist offensichtlich  auf den Profifußball zugeschnitten. Damit wird der Profifußball gegenüber allen anderen Sportarten und den Amateuren privilegiert, nur weil wirtschaftliche Interessen dahinter stehen“, äußerte sich Ziegler verärgert. Er hatte zuletzt die Kultusministerin Susanne Eisenmann mehrfach persönlich angeschrieben. Er sagt: „Hier sehen wir eindeutig, wie Lobbyisten sich gegenüber der Sportpolitik durchgesetzt haben.“

Auch Frank Reutter sieht in dieser Verordnung „keine Verschiebung in weitere Ferne“.  Der LK-Vorsitzende und WPSV-Präsident hofft, „ dass es spätestens nach Pfingsten Aussagen der Politik zu Sportveranstaltungen im Amateursport geben wird“. Seine Gedanken: „Wenn man sieht, was nach Pfingsten alles wieder erlaubt sein soll, dann kann man kaum noch sportliche Wettkämpfe in kontaktfreien Sportarten verbieten.“ Aktuell, so Reutter, sei er sogar „vorsichtig optimistisch, dass es auch Zuschauer bis zu einer begrenzten Maximalzahl geben kann, die dann natürlich die Abstands- und Hygienevorschriften einhalten müssen“. Die Phase der „Geisterturniere“ bleibe den Reitern im Amateurbereich vielleicht erspart. Allerdings vermeldete Frank Reutter auch: „Leider halten die Turnierabsagen weiter an, da wohl Ordnungsämter auf Anfrage Auflagen für August und September mutmaßen, die ein normaler Reitverein nicht erfüllen kann. Es sollte dringend ein Signal der Politik kommen, um diesen Mutmaßungen und Horrorszenarien entgegentreten zu können.“

Trainingstage wird es in den nächsten Wochen eine Handvoll geben, der Turnierstall am Herrschaftsfeld in Durmersheim macht am 20. Mai den Auftakt, gefolgt vom Reitstall Fessler in Bad Schussenried  am 24. Mai, dann folgt die „Heiligkreuztal-Challenge“ am 29. Mai und gleich nach Pfingsten bietet der Landesverband zwei Trainingstage für die Nachwuchskaderreiter auf dem Birkhof in Donzdorf an (rok).

 

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