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Mittwoch, 12.01.2022

Vom Barren und Touchieren

Die Reiterszene ist in Aufruhr nach dem RTL-Bericht am Dienstagabend, in dem Szenen aus dem Stall Beerbaum gezeigt wurden, in dem Pferde offensichtlich gebarrt werden. Mittlerweile haben sich sowohl FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach als auch Ludger Beerbaum als Beschuldigter geäußert. Der Springsport-Unternehmer aus Riesenback spricht von „vielen Punkten, die nachweislich falsch, verleumderisch und ehrverletzend sind“. Er werde juristische Schritte gegen den Fernsehsender einleiten.

In einer Stellungnahme der FN hieß es schon am frühen Morgen, man nehme die Vorwürfe ernst, Vierkanthölzer und genoppte Stangen, wie im Beitrag gezeigt, seien inakzeptabel. Beerbaum bestreitet aber, dass diese im Training eingesetzt worden seien.

In einem Interview mit der FN-Pressestelle geht Lauterbach auf ein ungelöstes Problem ein, das die FN schon lange vor sich her schiebt: Das erlaubte Touchieren mit einer leichten Holzstange ist als Trainingsmethode in den Richtlinien verankert; muss aber zwingend von Fachleuten vorgenommen werden. Das aggressive Barren mit einer ungeeigneten Stange oder gar einer Holzlatte ist hingegen verboten.  In der Praxis kennen aber die meisten Menschen den Unterschied nicht.

Lauterbach gesteht jetzt, dass „die Grenzen zwischen dem laut Richtlinien für Reiten und Fahren zulässigen Touchieren und dem gemäß Tierschutz-Leitlinien verbotenen Barren fließend sind“. Genau deshalb sei eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Die FN hat den Fernsehsender aufgefordert,  das gesamte Video- und Beweismaterial zur Verfügung zu stellen. Allein der Umstand, dass sich die mit Experten bestückte FN-Kommission für Ausbildungsmethoden seit einem Jahr mit der Grenzziehung befasst, zeige dass eine Spontanbeurteilung der gezeigten Bilder der Sache nicht gerecht werde, so Lauterbach.

In diesem Zusammenhang wird aber auch deutlich, dass sich die Expertenkommission, die von der FN zur Diskussion über Ausbildungsmethoden eingesetzt worden ist, in den letzten Monaten offenbar zu viel Zeit gelassen hat, um ein wesentliches Thema wie das Touchieren zu besprechen. Das fachgerechte Touchieren hielt in die Richtlinien Einzug nach der ersten Barr-Affäre um Paul Schockemöhle Anfang der 90er-Jahre (rok).

 

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