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Sonntag, 26.06.2022

Überlingen: Mit Spaß und Sportsgeist aufs Treppchen

Foto: M. Jürgens
Foto: M. Jürgens

Harmonisches Reiten, feine, korrekte Hilfengebung und gut ausgebildete Ponys – das Landesponyturnier in Überlingen hat gezeigt, dass guter Nachwuchs in den Startlöchern steht. Im achten Jahr des Traditionsturniers wurden die Landesponysieger gekürt. Unter den kritischen Augen von Pony-Papst Heinz Bürk und Landestrainer Rudi Brügge, die in Überlingen auch Ausschau gehalten haben, welche Dressurreiter sie für den Auswahllehrgang für das Bundesnachwuchs-Championat in Warendorf nominieren.

Auf sich aufmerksam gemacht hat mit Sicherheit die elfjährige Ava Rodloff mit ihrer achtjährigen Stute Tessina. Sie konnte beide Wertungsprüfungen, die A**-Dressur und die Dressurreiter-L, für sich entscheiden. Beide Male mit der tollen Note 8,0. Damit sicherte sie sich auch die Goldmedaille in der Meisterschaft der Ponydressurreiter. Zweite wurde die für den RV Überlingen reitende Lia Löw im Sattel ihres Ruby’s Ass. Der 19-jährige Ruby Gold-Sohn spielte seine Erfahrung aus und das Paar zeigte harmonische Vorstellungen. Platz drei ging wie bereits im vergangenen Jahr an Clara Vetter (RFV Ebersbach-Musbach) und die 14-jährige Palomino-Stute Hesselteichs Angelina.

Im Springen waren ein A*-Stilspringen und ein A**-Springen zu absolvieren. Während in der ersten Wertungsprüfung noch 14 Reiter starteten, ritten am Sonntag nur noch sechs im Finale. „In der ersten Prüfung waren viele unerfahrene Reiter am Start, für die das A**-Springen einfach noch zu schwer ist“, erklärte Heinz Bürk. Tatsächlich hatte sich Parcours-Chef Jonny Preisinger nicht lumpen lassen und einen anspruchsvollen Parcours aufgebaut. Die Ponys mussten sich fliegen lassen und die Reiter brauchten eine gute Übersicht. Gerade die letzten drei Sprünge waren noch einmal eine Herausforderung, die Linie dazwischen als S über die kurze Seite gebaut. Landen, schauen und die nächste Wendung einleiten war das Motto. Am besten gelang dies Elin Sorg vom RFV Fronhofen auf ihrem 20-jährigen Nougat. Damit hatten sie die Meisterschaft der Ponyspringreiter in der Tasche. Zwar waren sie in der ersten Prüfung nicht platziert gewesen, brachten von dort aber genug Punkte mit. Nur einen Punkt weniger, 14 Punkte insgesamt, sammelte Sophie Häckel (RFV Langenau u. U.) mit dem 15-jährigen Kolando. Sie musste im A**-Springen drei Abwürfe verbuchen, hatte aber mit dem zweiten Platz in der ersten Prüfung ausreichend vorgelegt. Bronze ging an Kim Thelen (RC Schoren-Engen) und den neunjährigen Mein kleiner Freund. Dritte in der ersten Wertung, hatten sie leider einen Abwurf im Finale.

Das Turnier in der Nähe des Bodensees war auch dieses Jahr wieder ein Treffen unter Freunden mit vielen tollen Momenten. Neben allem Ehrgeiz bringen gerade die jüngsten Reiter, aber auch eine unterstützende Mama, die ihrer Tochter vom Rand des Vierecks ein liebevolles „Viel Spaß“ mit auf den Weg gibt, immer wieder ins Gedächtnis, dass die Freude am Reiten und an den Ponys im Vordergrund stehen sollte. Da wird spielerisch mit dem Pony über die Wiese gerannt oder die erfolgreiche Kameradin mit einem Eimer Wasser geduscht. Weil es Spaß macht. Und diese Bilder sind so wichtig, gerade auch in Anbetracht des derzeitigen Mangels an Ponyreitern im Ländle, die den Weg in den Sport gehen. (mj)

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